"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Schuss ins Knie"

Innenminister Platter hat sich geschwächt, bevor er Stärke zeigen konnte.

Wien (OTS) - Seine Schwäche ist, dass er keine Stärken hat."
So beschreibt ein ÖVP-Stratege Günther Platter. Dass dieser wieder Minister ist, hat er dem Zusammenwirken vor allem zweier unterschiedlicher Interessen zu verdanken. Beamten-Boss Fritz Neugebauer wollte einen ÖAABler in der Regierung, der Tiroler Landeschef Herwig Van Staa den Konkurrenten für seinen Posten weit weg haben.
Statt als neuer Chef des Innenressorts für die ÖVP auf "Law and Order" zu machen, musste Platter seine Vergangenheit als Verteidigungsminister bewältigen (Stichwort Eurofighter) und Heim-Flüge mit Heeres-Jets erklären. Als oberster Sicherheitsmann wurde er erst wahrgenommen, als er - auf Drängen der Parteispitze -den "Abschiebeminister" gab. Selbst da sah sich Generalsekretär Missethon genötigt, nachzulegen. Jetzt würde sich Platter gerne selbst abschieben - zurück nach Tirol, um dort Landeshauptmann zu werden.
Zum Erstaunen von Parteifreund und -feind hat er das, kaum im Amt, öffentlich kundgetan. Schon kleinen Funktionären wird eingebläut: Sag nie laut, was du werden willst, weil dann wirst du es nicht. Der gelernte Gendarm hat sich mit seinem Outing ins Knie geschossen. Das kann auch politisch tödlich sein.

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