Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband (SWV): Lehrlingsausbildung reformieren und Lehrlingsförderung gerecht verteilen

SWV fordert die Einführung eines Lehrlingsfonds

Wien (OTS) - In den letzten Tagen wurde über den Vorschlag von Frauenministerin Doris Bures diskutiert, die Lehrstellenförderung für traditionelle Mädchen-Berufe (Friseurin, Kellnerin, etc.) zukünftig nicht mehr mit dem Blum-Bonus unterstützen. "Grundsätzlich finde ich es gut, wenn das Thema Lehrlinge bzw. Lehrlingsausbildung diskutiert wird. Aber ich glaube, man muss sich zuerst generell überlegen, in welche Richtung die Lehrlingsausbildung in Österreich gehen soll, bevor es zu Vorschlägen hinsichtlich der Förderungsaufteilung kommt", so KR Christa Ornest, SWV-Frauenvorsitzende.

Derzeit bilden in erster Linie Klein- und Mittelbetriebe (KMU) Lehrlinge in Österreich aus, Konzerne und Großbetriebe ziehen sich aus der Ausbildung zurück. "Greifen dann aber auf die ausgebildeten Fachkräfte zurück und werben sie ab. Ich finde es nicht gerecht, wenn KMU die Ausbildungsarbeit übernehmen und dann ohne Fachkräfte bleiben. Daher ist es aus Sicht des SWV unerlässlich, dass es zu einer Reform der Lehrlingsausbildung kommt und ein Ausbildungsfonds eingerichtet wird. Durch die Einzahlungen jener Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, erhalten Ausbildungsbetriebe finanzielle Unterstützung für die fachgerechte Ausbildung der Lehrlinge. Und das kommt den ausbildenden KMU zugute", betont Ornest.

Geht es nach der Frauenministerin, so sollen so Mädchen vermehrt zu nicht-traditionellen Zukunftsberufen herangeführt werden. "Ich bekenne mich dazu, dass Mädchen verstärkt dazu motiviert werden sollen, nicht-tradtionelle Berufe zu erlernen. Aber es kann nicht sein, dass angedacht wird, einigen Branchen die Förderungen zu entziehen, nur weil sie jene Berufe lehren, die traditionell Mädchen ergreifen wollen", so Ornest und weiter "wenn man hier eine Trendwende erreichen will, dann ist es aus Sicht des SWV besser, sich einmal hinzusetzen und über die Definition neuer Berufsbilder nachzudenken, die sowohl zukunftsträchtig als auch attraktiv für Lehrstellensuchende sind. Dadurch kann es uns gelingen, Anreize für Mädchen und Frauen zu schaffen sogenannte nicht-tradtionelle Berufe zu ergreifen".

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