Buchinger präsentiert Konsumentenbarometer: Verbraucherbeschwerden gehen nach oben

Wien (SK) - Konsumentenschutzminister Erwin Buchinger präsentierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz den Konsumentenbarometer, der das Beschwerdeverhalten der österreichischen VerbraucherInnen sowie deren Zufriedenheit mit Produkten und Dienstleistungen zeigt. Erfreulich sei dass, die Tendenz zu Beschwerden der Verbraucher bei Mängeln von Produkten (91 Prozent) nach oben gehe, allerdings sinke der Erfolg bei der Durchsetzung der Beschwerden direkt an den Vertragspartner. "Die Ergebnisse dieser Studie bestärken mich in meinen Vorhaben in der Konsumentenschutzpolitik und sollen die drei Säulen der Konsumentenpolitik, die Verbraucherbildung und -information, die Rechtsberatung und -durchsetzung und die Schaffung von Verbraucherrechten stärken", erklärte der Konsumentenschutzminister. ****

Es konnte eine geringfügige Verringerung bei den Konsumentenbeschwerden festgestellt werden, jeder fünfte Käufer (21 Prozent) eines Produktes beschwerte sich, im Jahr 2004 waren es noch 23 Prozent. Als erfreulich erachtet Buchinger, dass die KonsumentInnen selbstbewusster werden und bei Problemen auch Taten setzen. Denn 91 Prozent, die Anlass zur Beschwerde hatten, haben sich auch tatsächlich beschwert. Die Produkteliste, in der es die meisten Beschwerden gab, führt auch heuer wieder die Unterhaltungselektronik mit 20 Prozent an, an zweiter Stelle finden sich ex aequo Lebensmittel und Bekleidung mit jeweils 13 Prozent. Hauptkritikpunkt ist dabei eine generelle Mangelhaftigkeit.

91 Prozent der KonsumentInnen rügen diese Mängel auch tatsächlich, in den vergangenen Umfragen beliefen sich diese Werte noch auf 87 bzw. 74 Prozent. Die gesteigerte Bereitschaft der VerbraucherInnen, Mängel auch zu rügen, zeige, dass es ein intensiviertes Verbraucherbewusstsein gebe, so Buchinger. Die Verbraucherbildung wolle er auch in Zukunft noch weiter verstärken und es soll damit bereits in der Volksschule begonnen werden. Dazu führte Buchinger bereits Gespräche mit dem Bildungsministerium und möchte den Schulen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen. "Bereits junge KonsumentInnen sollen mit kritischen Fragen konfrontiert werden."

Der Erfolg der individuellen Beschwerden (90 Prozent) sinkt in den letzten Jahren. Fünf Prozent der VerbraucherInnen wenden sich an eine Beschwerdestelle, in erster Linie an Arbeiterkammer und den Verein für Konsumenteninformation (VKI). Daher soll die Hilfestellung durch das Ministerium, VKI und AK verstärkt werden. Buchinger wird deshalb heuer den VKI zusätzlich zu den 1,6 Mio Euro allgemeiner Förderung nochmals mit einem Betrag von 120.000 Euro fördern, um eine kostenlose Telefonberatung einzurichten. Im Zuge der telefonischen Hotline soll ein Schwerpunkt auf mietrechtliche Musterverfahren- und Verbandsverfahren gelegt werden. Daneben stehe weiterhin allen Verbrauchern die Homepage www.verbraucherrecht.at zur Verfügung.

Bezüglich der Lebensmittelkennzeichnung betonte Buchinger, dass irreführende Werbeslogans vermeintlich gesunder Produkte klagsweise verfolgt werden. Die VerbraucherInnen wünschen sich auch, dass bei den Produkten eine Kennzeichnung des Herstellungslandes vorhanden ist. Fast vier Fünftel erachten die Kennzeichnung der Herkunftsangabe bei Lebensmittel als sehr wichtig. "Das wäre ein wichtiger Schritt den Interessen der VerbraucherInnen entgegenzukommen", so Buchinger.

Bezüglich der privaten Pensionsvorsorge der ÖsterreicherInnen betonte Buchinger, dass diese eher konservative Veranlager seien. Lebensversicherungen, Bausparen und Sparbücher zählen zu den beliebtesten Vorsorgeprodukten, weil sie als sicher gelten. Dennoch sei es wichtig, auch bei diesen Produkten auf maximale Einhaltung der Verbraucherrechte zu achten. Der VKI wurde vom BMSK beauftragt, gegen die größten Lebensversicherer wegen Intransparenz vorzugehen. "Bis jetzt wurde kein Fall verloren, zwei wurden bereits beim OGH gewonnen", so Buchinger.

"Die Ergebnisse dieser Studie, die vom Gallup-Institut durchgeführt wurde, zeigen, dass die Marschrichtung stimmt und ich weiter konsequent der Durchsetzung der Konsumentenrechte arbeiten werde", so der Konsumentenschutzminister abschließend. (Schluss) sl

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