Kopetzky: "Der Wirtschaftskriminelle laut Statistik: Job-Frust, männlich und über 40"

Dr. Matthias Kopetzky, Experte der Business Valuation, gab Anleitungen, wie Wirtschaftskriminalität verhindert werden kann.

Wien (OTS) - "Männlich, zwischen 40 und 50 Jahre alt und ein langjähriger Mitarbeiter ohne Karriereperspektive: So sieht das Täterprofil eines Wirtschaftskrimiellen aus", sagt Dr. Matthias Kopetzky, Experte der Business Valuation, die auf die Prävention von Wirtschaftsvergehen spezialisiert ist. Im Rahmen einer Veranstaltung der Arbeiterkammer Wien vor Betriebsräten, Aufsichtsräten und Prüfern in der Fachhochschule des bfi Wien gab er Anleitungen, wie Wirtschaftskriminalität verhindert werden kann.

Männer zwischen 40 und 50 Jahren verüben am häufigsten wirtschaftskriminelle Handlungen in Unternehmen, sagt Kopetzky. Der Grund: "In diesem Alter entscheidet sich meist der Karriereweg. Entweder man kommt weiter, oder man bleibt auf seiner Position im Unternehmen stehen. Dann steigt oft der Frust. Das ist das Motiv für viele Männer, bewusst ihr Unternehmen zu schädigen."

Heikler Graubereich

Zu den häufigsten wirtschaftskriminellen Handlungen zählen laut Kopetzky Bestechung und Korruption, Vermögensmissbrauch und Fälschung der Finanzdaten. Kopetzky: "Wirtschaftskriminalität ist ein Graubereich. Schon die berühmte Freunderlwirtschaft ist eine Konfliktsituation." Deshalb ist es laut Kopetzky umso wichtiger, "dass Unternehmen für ihre Mitarbeiter klar definieren, was erlaubt ist und was nicht. Denn oft wissen die Mitarbeiter gar nicht, dass sie illegal handeln."

Mittel zur Aufdeckung

Mehr als zwei Drittel der wirtschaftskriminellen Handlungen in Österreich werden von den eigenen Mitarbeitern im Unternehmen verübt. Wichtig sei daher die Vorbildwirkung der Führungskräfte. Aber auch anonyme Hotlines für Mitarbeiter, sagt Kopetzky: "Die Mitarbeiter wissen immer früher über Ungereimtheiten im Unternehmen Bescheid als der Führungsstab. Deshalb muss ihnen die Möglichkeit geboten werden, anonym Bericht zu erstatten."

Wenig Delikte, großer Schaden

Nur 1,5 bis zwei Prozent aller Gesamtstraftaten in Österreich sind wirtschaftskriminelle Delikte. Diese machen jedoch rund 50 Prozent der Gesamtschadenssumme aller Straftaten aus.

Über Dr. Matthias Kopetzky:

Dr. Matthias Kopetzky ist gemeinsam mit Mag. (FH) Martin Geyer Geschäftführer des Unternehmens Business Valuation Gutachten- und Unternehmensberatung GmbH. Die Gutachter der Business Valuation helfen bei der Schadensbegrenzung und der Aufklärung wirtschaftskrimineller Handlungen: Sie kennen die Kniffe und Tricks der Täter, orten die Lücken in Unternehmen und helfen dabei, Unternehmen sicher zu machen. Kopetzky ist gerichtlich beeideter Sachverständiger in Österreich, arbeitet aber auch in Deutschland und Liechtenstein. Außerdem unterrichtet Kopetzky an Fachhochschulen und ist Leiter des Arbeitskreises Wirtschaftskriminalität am Institut für Interne Revision Österreich.

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