Treibstoffverbrauch konstant bis rückläufig, Heizölverbrauch stark gesunken

Notierungen am Spotmarkt in Rotterdam für Preisgestaltung entscheidend

Wien (OTS) - Laut der aktuellen Markteinschätzung des
Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI) ging der Treibstoffverbrauch im ersten Quartal 2007 um 0,5 % im Vergleich zum 1. Quartal 2006 zurück. Damit setzte sich der leicht rückläufige Trend des Vorjahres fort. Bei Benzin war der Verkauf mit -2 % unter dem Vorjahreswert. Der Absatz von Dieselkraftstoff hat sich seit Jahresbeginn gegenüber der Vorjahresperiode nicht verändert. Die markanteste Entwicklung ist bei Heizöl Extraleicht zu beobachten. Hier ist ein Rückgang von rund 35 % zu verzeichnen - zurückzuführen auf den milden Winter.

Der Treibstoffverbrauch (Benzin- und Diesel) reduzierte sich im ersten Quartal 2007 um 0,5% und betrug 1,83 Millionen Tonnen. Von Jänner bis März 2007 wurde bei Benzin ein Absatz von 430.000 Tonnen oder 573 Millionen Liter (-2 %) und bei Diesel von 1,4 Millionen Tonnen oder 1,67 Milliarden Liter (+/- 0 %) konstatiert. 97,5 % der Benzinmengen und 53,3 % der Dieselkraftstoffe wurden über die rund 2.800 öffentlich zugängigen Tankstellen vertrieben. Die übrigen Mengen verkaufen die Mineralölfirmen direkt an Großkunden, wie Transport- oder Bauunternehmen sowie die öffentliche Hand.

"Obwohl die Anzahl der Autos weiterhin steigend ist und derzeit rund 4,2 Millionen PKW in Österreich zugelassen sind, wurden die Fahrzeuge im Lauf der Jahre immer sparsamer und verbrauchen heute vergleichsweise weniger. Dadurch erklärt sich auch der stagnierende bis leicht rückläufige Treibstoffverbrauch der letzten Zeit", erklärt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des FVMI, den Rückgang beim Benzinabsatz. Der konstant hohe Dieselverbrauch ist auf den weiterhin steigenden Anteil von Diesel-PKW (derzeit bereits knapp 53 % aller PKW) sowie den zunehmenden LKW-Verkehr, insbesondere im Transit, zurückzuführen.

Milder Winter führt zu Rückgang im Heizölgeschäft

Die milde Witterung im heurigen Winter hat wieder bewiesen, dass das Heizölgeschäft nicht planbar ist. So ist der Absatz von Heizöl Extraleicht im ersten Quartal 2007 deutlich zurückgegangen, die Nachfrage verringerte sich verglichen mit der Vorjahresperiode um rund 35 % auf 335.000 Tonnen bzw. knapp 400 Millionen Liter. Die Konsumenten konnten ihre Nachkäufe verzögern, ein Einlagerungspotential ist jedoch für die nächsten Monate gegeben. Beim Heizöl Leicht ergab sich im 1. Quartal eine ähnliche Situation. So reduzierten sich die Verkäufe bei diesem Produkt ebenfalls um rund 35 %.

Beim Flugturbinentreibstoff blieb der Verbrauch im 1. Quartal 2007 in etwa auf dem Vorjahresniveau von ca. 150.000 Tonnen.

Rotterdamer Spotmarkt für Preisbildung relevant

Zu den immer wieder kehrenden Vorwürfen der Autofahrerclubs in Richtung Mineralölfirmen und deren Preispolitik hält der Fachverband fest, dass für den Treibstoffpreis der Mineralöl-Produktenmarkt in Rotterdam ausschlaggebend ist.

Die Mineralölfirmen können das internationale Marktgeschehen nicht ignorieren, Österreich kann sich nicht davon ausnehmen. Treibstoffe sind ein internationales Handelsgut, das zweimal an Warenbörsen gehandelt wurde, bevor es zur Tankstelle gelangt: einmal als Rohöl und einmal als Fertigprodukt nach der Raffination.

Mineralölfirmen kaufen zu einem internationalen Marktpreis ein

Auch wenn die Mineralölfirmen ihre Treibstoffprodukte im Zuge eines längerfristigen Abnahmevertrages beziehen, geschieht dies basierend auf einer Preisformel, die sich auf die aktuellen Rotterdamer Notierungen bezieht. Die Mineralölfirmen kaufen somit immer zu einem dem Wettbewerb unterworfenen und von Angebot und Nachfrage bestimmten internationalen Marktpreis ein. Der Euro-/Dollar-Kurs ist zu allen Zeiten bereits Teil der Preisberechnungsformel und Kursschwankungen werden somit automatisch berücksichtigt.

Für die Preisgestaltung der Treibstoffpreise ist es daher von eher untergeordneter Bedeutung, ob das Rohöl tatsächlich aus Kasachstan, Saudi Arabien oder dem Inland stammt, wann es geordert wurde oder ob die Mineralölfirmen ihr Rohöl in der eigenen Raffinerie verarbeiten oder die Fertigprodukte im In- oder Ausland zukaufen.

Gleichzeitig muss man sagen, dass das Preisniveau der Pumpenpreise in Österreich tiefer als in den meisten EU-Ländern liegt. So hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit auch letzte Woche wieder erhoben, dass die österreichischen Preise billiger als im EU-Schnitt sind: Eurosuper um 17,72 Cent und Diesel um 9,42 Cent.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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