Schmied will höheren Stellenwert für kulturelle Bildung

Kulturministerin kündigt Studie über Kunstvermittlung für Schulen an

Wien (SK) - Kulturelle Bildung sei dort ein "Herzstück", wo es gelte, "Bildung, Innovation und Kreativität viel stärker gemeinsam zu denken", unterstrich Bildungsministerin Claudia Schmied Mittwochabend bei einer Diskussion zum Thema "Zukunft (kultureller) Bildung? -Szenarien, Trends und notwendige Innovation". Obwohl Kunst und Kultur der Charakter einer "Schlüsselressource" zukommt, sei dies noch nicht nachhaltig im gesellschaftlichen Diskurs verankert - daher müssten Kunst und Kultur "stärker auf der politischen und gesellschaftspolitischen Agenda positioniert werden", so Schmied. ****

Sie begreife Schule vordringlich als "offenes Zentrum, das die Persönlichkeitsbildung fördert", so Schmied mit Hinweis darauf, dass es das Ziel von Bildung sein müsse, "das autonome Subjekt zu fördern". Noch im Sommer 2007 werde eine Studie vorliegen, die Aufschluss über die Kunst- und Kulturvermittlung an und für Schulen geben werde, kündigte Schmied an und unterstrich, dass sie sich dafür "einsetzen wird, dass die kulturelle Bildung einen höheren Stellenwert bekommt".

Ihr sei die "persönliche Begegnung zwischen Kunstschaffenden und SchülerInnen" besonders wichtig, so Schmied, die sich darüber erfreut zeigte, dass es in Österreich "ganz wunderbare Beispiele" für Kunstvermittlung an und für Schulen gebe. Hier gelte es allerdings, noch weitere best-practice-Beispiele im Rahmen einer Studie zu sammeln und zu analysieren, um daraus auch "Erkenntnisgewinne für neue Strukturen und Ansatzpunkte für spezielle LehrerInnenfortbildung" zu beziehen. Gleichzeitig solle die beim Geschäftsführer von Educult, Michael Wimmer, in Auftrag gegebene Studie "die Kraft positiver Beispiele" aufzeigen und einen Anstoß-und Weiterentwicklungs-Effekt in Richtung vermehrter Kunst- und Kulturkontakte an Schulen bieten, ergänzte Schmied. Für die Kunstvermittlung an Schulen seien rund 15 bis 16 Millionen Euro Budget vorgesehen - eine "gute Grundlage", wie die Bildungs-, Kunst-und Kulturministerin befand.

In der kulturellen Bildung stecke sehr "viel Kapital" - ökonomisches genauso wie kulturelles und soziales -, zudem biete kulturelle Bildung "ganz wesentliche Impulse zur Gestaltung des Lebens" und setze "enorm wichtige Anker- und Orientierungspunkte" in einer zunehmend beschleunigten Welt, hielt Schmied zur Bedeutung der kulturellen Bildung fest. Vor diesem Hintergrund müsse Schule "in der Idealvorstellung" ein "öffentliches Lernzentrum sein, das etwa an etablierte Kultureinrichtungen andockt". Gleichzeitig müsse Schule die "Entdeckung und Förderung individueller Begabungen" in den Vordergrund stellen, so Schmied, die unterstrich, dass Schule auch "Spaß machen und die Interessen fördern muss", so dass der alte Widerspruch zwischen Spitzenleistungen und Spaß aufgelöst wird. Schule sei aber auch dort gefordert, wo es etwa gelte, darauf zu reagieren, dass nach einer neuen Umfrage rund "20 Prozent der Jugendlichen nach einem 'starken Mann' in der Politik rufen", betonte Schmied.

In den ab Oktober den Betrieb aufnehmenden Pädagogischen Hochschulen werde es im Rahmen der Fortbildung möglich sein, "klare Akzente" in Richtung Kunst und Kultur an den Schulen zu setzen, zeigte sich Schmied überzeugt. Einmal mehr unterstrich die Bildungsministerin, dass "Schulentwicklung Zeit, gediegene Vorbereitung und offene Kommunikation braucht". "In den letzten drei Monaten ist im Schulbereich schon Einiges geglückt", so Schmied mit Blick etwa auf die von der SPÖ durchgesetzte kleinere Klassenschüler-Höchstzahl. Für sie sei daher klar: "Lassen wir das Jammern beiseite und blicken wir positiv in die Zukunft", so Schmied bei der von Andrea Schurian geleiteten Diskussion, an der weiters teilnahmen: Anne Bamford (Wissenschafterin), Isolde Charim (Philosophin), Gernot Schieszler (Telekom Austria) sowie Antonia Lahmé (dte. Kulturstiftung des Bundes). (Schluss) mb

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