Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Hauptsache, es wird kassiert ... (von Markus Kaufmann)

Ausgabe 10. Mai 2007

Klagenfurt (OTS) - Eines steht fest: Vom kleinen Glücksspiel ist noch kein Spieler reich geworden. Dafür verdienen sich die Casino-Betreiber eine goldene Nase, und das Land schneidet kräftig mit. Die Spielhallen sprießen aus dem Boden wie die Schwammerln, wodurch es kaum verwunderlich ist, dass die Zahl der Süchtigen ebenso rasant ansteigt.
Die dramatischen Folgen sind hinlänglich bekannt: finanzieller Ruin, familiäre Probleme und nicht selten Selbstmord. Die Suizidrate unter Spielsüchtigen liegt bei erschreckenden 15 Prozent. Es ist deshalb geradezu beschämend, wie sich das Land angesichts dieser Tatsachen verhält. Vor fünf Jahren kam man zwar zu der Einsicht, dass das kleine Glücksspiel die Abhängigkeit fördert; bis heute doktert man aber an einer Lösung herum.
Von einem Ausstieg wollen BZÖ und ÖVP nichts wissen, zu wichtig scheinen die Einnahmen in Höhe von fast 4,4 Millionen Euro. Zugeben will das niemand. Argumentiert wird damit, dass das kleine Glücksspiel in die Illegalität abwandern könnte und nicht mehr kontrollierbar wäre.
Nun ist auch der Konsum von Drogen illegal. Der Kontrolle wegen Ecstasy, Kokain und Co. freizugeben wird aber hoffentlich wohl niemandem einfallen - wenngleich man sich damit einige Steuermillionen sichern könnte.

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