Neues Volksblatt: "Klare Linie" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom Donnerstag, 10. Mai 2007

Linz (OTS) - Verteidigungsminister Norbert Darabos ist ein Tausendsassa. Nicht nur, dass er sich selbst für einen so guten Kartenspieler hält, dass er die Partie gegen die Eurofighter-GmbH gewinnt, ist er auch technisch ziemlich versiert. Immerhin wusste er schon vorgestern, dass der erste für Österreich produzierte Abfangjäger die Güteprüfung nicht bestehen würde.
Mit Verlaub gefragt, Herr Minister: Glauben Sie wirklich, dass ein Hochtechnologieunternehmen so blöd ist, fliegenden Schrott zu liefern?
Überhaupt tut die SPÖ so, als seien Flugzeuge zur Luftraumüberwachung etwas, das man im Bastelladen kauft. Hauptsache "zu einem möglichst günstigen Tarif", wie der Kanzler gestern meinte. Ins Bild dieser und anderer Populismen passt auch die Aussage von SPÖ-Mann Kräuter, im Notfall gegen den ersten anfliegenden Eurofighter einen der geleasten F-5-Abfangjäger in die Luft zu schicken. Während eine SPÖ-Klarstellung zu diesem verunglückten Scherz ausblieb, musste sich Staatssekretär Matznetter sehr wohl zurückpfeifen lassen. Aus verhaltenem Lob für den Molterer-Vorschlag zur Aktenübermittlung wurde später "Keine Einigkeit mit Molterer". Das nennt man klare Linie.

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