"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Zu viel Vielfalt"

Beispiel Ausländer: Die ÖVP will es allen recht machen, übersieht dabei aber viel.

Wien (OTS) - Möglichst offen, möglichst bunt und vielfältig - also möglichst für alle interessant. So möchte die ÖVP werden. Entsprechende Signale wurden ausgesandt - in Richtung Jugend (Wahlaltersenkung, neue Schulformen), Frauen (Vereinbarkeit von Beruf und Familie) und Homosexuelle (legale Partnerschaften).
In der Ausländerfrage schlägt die ÖVP einen gegenteiligen Kurs ein. Zuwanderungsstopp, Überfremdung, zu viele Ausländerkinder in den Schulen, Abschiebung - so lauten hier die Schlagworte der Volkspartei.
Offenbar ist es das, was die Partei unter Vielfalt versteht: Hier ein bisschen liberal sein, ein paar Positionen aus der linken Reichshälfte übernehmen. Dafür dort umso härter sein, der rechten Reichshälfte den Rang ablaufen.
Die Industriellenvereinigung, die der ÖVP ja nicht gerade fernsteht, setzt auf einen ganz anderen Weg: Österreich ist ein Zuwanderungsland, und das hat Vorteile für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft - so lautet ihr Credo. Die Qualifikation der ausländischen Arbeitskräfte sei ebenso nützlich wie die kulturelle und die sprachliche Vielfalt.
Das sollten sich einige Herrn in der ÖVP einmal genauer anschauen. Vielleicht wissen sie dann, welche Vielfalt eine Volkspartei braucht und verträgt.

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