Ettl: EP-Ausschuss fordert Wiedergutmachung für Equitable-Life-Opfer

Wien (SK) - Sowohl die britischen Behörden, als auch die EU-Kommission haben sich bei der Aufklärung der Schwierigkeiten rund um die Equitable-Life-Versicherung, bei der mehr als eine Million Kunden in Großbritannien, Irland und Deutschland geschädigt wurde, wenig vorbildlich verhalten. Das ist die Kernaussage des gestern Nachmittag im Sonderausschuss "Equitable Life" angenommenen Berichts. "Sowohl die britische Regierung, als auch die EU-Kommission haben mehr als schlampig agiert. Daher kommt der Ausschuss zu dem Schluss, dass die Behörden den Opfern eine Entschädigung zahlen müssen", so der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl als Mitglied des Ausschusses. ****

Während die britischen Behörden viel zu spät oder gar nicht auf die sich bereits abzeichnende Krise reagierten, hat die EU-Kommission die Umsetzung der Gesetze auf nationalstaatlicher Ebene zu wenig überprüft, stellt der Bericht fest. "In diesem Zusammenhang ist das Handeln des zuständigen EU-Kommissars McCreevy als beinahe fahrlässig zu bezeichnen, der am liebsten alle Regulierungen nur dem Markt überlassen möchte. Dass dies nicht das Allheilmittel ist, zeigt der untersuchte Fall deutlich", kritisiert Ettl.

Die Untersuchungen haben auch gezeigt, dass die Informationen für die Geschädigten, die teilweise erhebliche Verluste bei ihren Pensionen und Kapitalanlagen erlitten haben, äußerst mangelhaft waren. "Um Wiedergutmachung zu erhalten, wurden viele von ihnen buchstäblich von Pontius zu Pilatus geschickt und mit ihren Problemen im Regen stehen gelassen", berichtet der SPÖ-Europaabgeordnete.

Der Ausschuss spricht sich nun für klare Konsequenzen aus:
Entschädigungszahlungen für die Opfer durch die britischen Behörden, aber auch verstärkte Kontrollen bei der Umsetzung der Richtlinien der EU in nationalstaatliches Recht. Außerdem müssen bei der Überarbeitung der Versicherungsrichtlinie, die derzeit auf europäischer Ebene geschieht, die Erfahrungen aus dem Fall Equitable Life verarbeitet werden. "Das bedeutet einerseits mehr Rücklagen für den Fall von Ausfällen und andererseits eine verstärkte Kontrolle auf europäischer Ebene, wenn es sich um europäische Produkte handelt. Der Fall Equitable Life zeigt, wie wichtig eine koordinierte EU-weite Kontrolle ist. Denn die Untersuchungen des Ausschusses haben eindeutig belegt, dass die Zusammenarbeit zwischen den britischen, irischen und deutschen Behörden nicht zufriedenstellend funktioniert hat", so Ettl abschließend. (Schluss) js/mp

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