Kepplinger: Börsegang bringt der Energie AG nichts und macht das Land nicht reicher!

Linz (OTS) - "Die Energie AG braucht keinen Börsegang und das Land würde dadurch bestimmt nicht reicher!", so begründet der Wirtschafts-und Finanzsprecher der SP Oberösterreich, Landesrat Dr. Hermann Kepplinger, die entschiedene Ablehnung eines Verkaufs oder einer Teilprivatisierung des heimischen Energieversorgungsunternehmens durch die SPÖ.

"Die Energie AG ist ein solides, regionales Versorgungsunternehmen. Der Börsegang ist keine notwendige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit. Die Energie AG ist auch jetzt solide finanziert und hat hohes Investitionspotential aus dem operativen Cash Flow. Der Ausschüttungsdruck bei einer Börsenotierung könnte das Entwicklungspotential sogar schmälern", gibt Kepplinger zu bedenken.

Der Börsegang würde zwangsläufig eine geänderte Unternehmensstrategie bedingen. Die Rendite hätte Vorrang, der Versorgungsauftrag hätte nicht mehr die absolute Priorität. Das Renditeziel stellt dann auch Umweltinvestitionen mit geringerer Rentabilität in Frage, z.B. die Fernwärmeversorgung außerhalb der Ballungsräume.

Den Argumenten von ÖVP und Energie AG für einen Börsegang kann Kepplinger allesamt nichts abgewinnen. Die Ergebnismargen der Energie AG würden im Branchenvergleich durchwegs auf guten Niveau liegen. Ein direkter Zusammenhang zwischen einer Börsennotierung und der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, wie ihn die Energie AG anführt, ist gemessen an den Gewinnmargen nicht ableitbar.

Mit einem Gang an die Börse, so Kepplinger, würde entgegen der EAG-Argumenation auch kein neues Kapital für wichtige Investitionen ins Unternehmen fließen. "Für rund 200 Millionen Euro frisches Geld, die der Energie AG letztendlich bei rund 50 Millionen Euro Kosten bleiben, ist ein Börsegang sehr fragwürdig", stellt Kepplinger fest.

Die Befürworter eines Börsegangs betonen auch, dass durch den Börsegang die Beteiligung der oö. Bevölkerung an der Energie AG ermöglicht werde. Kepplinger: "Die gesamte oö. Bevölkerung proifitiert schon jetzt durch die Dividende der Energie AG an das Land und die Infrastruktur, die die Energie AG aus den Cash Flows finanziert".

Teilverkauf umfasst auch die großen Wasserreserven

Selbstverständlich uimfasst ein Teilverkauf auch den Geschäftsbereich Wasser. Die großen Wassereserven der EAG zum Beispiel im Kobernaußer Wald, im Almtal oder im Weilhartsforst sind Teil des Konzern und damit Teil der Privatisierung "Niemand kann den Wertanstieg dieser Wassereserven heute langfristig einschätzen. Die Gefahr, dass die Wasserreserven langfristig zu billig teilpriviatisiert werden, ist gegeben", warnt Kepplinger.

Faktum ist auch, dass bei einem Börsegang mittelfristig mit einer Beteiligung strategischer Investoren gerechnet werden muss, die bis zur Sperrminorität geht. "Die Eigentümerdebatte wird nicht beendet, wie die Energie AG argumentiert, sondern wird erst so richtig losgehen, wenn ein Konkurrenzunternehmen mittel- bis langfristig eine Sperrminorität erwirbt", stellt Kepplinger fest.

"Die ÖVP wirft der SPÖ Panikmache vor. Der Börsegang bringt für die Energie AG aber keine erkennbaren Vorteile, sondern vielmehr das Risiko der Einflussnahme durch Konkurrenzunternehmen oder Finanzinvestoren, die nur an Renditen interessiert sind. Es ist die ÖVP, die den Boden der sachlichen Argumentation verlässt!, so Kepplinger.

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