Tamandl: AMIS-Mitbegründerin war offenbar Teil des SPÖ-Flöttl-BAWAG-Netzwerkes

BAWAG-Tochtergesellschaft als großzügiger Wohnraumbereitsteller

Wien (ÖVP-PK) - Die heutige Zeugin im
Banken-Untersuchungsausschuss und Mitbegründerin von AMIS, Dr. Dagmar Partik-Wordian, und ihr Ehemann, BAWAG-Vorstand Gerhard Partik, waren offenbar Teil des SPÖ-Flöttl-BAWAG-Netzwerkes, meinte heute, Mittwoch, die ÖVP-Abg. Gabriele Tamandl. Dagmar Partik-Wordian hat im Jahre 1991 unter anderem mit Geldern von ihrem "guten" Bekannten Dr. Wolfgang Flöttl - der hier offenbar eine "gewichtige Rolle" spielt, gemeinsam mit ihrem Mann die Firma AMV GmbH (Asset Management Vermögensverwaltung GmbH) gegründet, die im Jahre 2001 in Asset Management Investment Services AG (AMIS) umbenannt wurde. Zum Zeitpunkt der Konzessionserteilung 1999 war Partik-Wordian neben den nunmehr inhaftierten Personen Harald Loidl und Mag. Dietrich Böhmer mit 33,3 Prozent an der Rechtsvorgängerin der Asset Management Investment Services AG (AMIS) beteiligt. ****

Laut Dagmar Partik-Wordian stellte Wolfgang Flöttl Anfang der 90er Jahre der AMV einen Betrag von 15 Millionen US-Dollar zum Aufbau eines deutsch-österreichischen Portfolios zur Verfügung. "Im Jahre 1993 stieg Flöttl zwar offiziell bei der AMV aus, allerdings tauchte das Flöttl-Darlehen 1999 angeblich bei der AMV (mittlerweile in LIM GmbH umgetauft) wieder auf. Ein E-Mail des inhaftierten AMIS-Vorstandes Dietmar Böhmer soll angeblich sogar beweisen, dass Flöttl-Geld noch im Jahr 2001 - nach Gründung der AMIS - in der Firmengruppe war", so Tamandl. "Pikant" ist auch, dass der Gutachter im BAWAG-Prozess Dr. Thomas Keppert enge Kontakte mit der Familie Partik pflegt. Das lässt die Unabhängigkeit von Keppert zumindest fraglich erscheinen, so Tamandl.

Eigenartigerweise ist Partik-Wordian bereits die dritte Zeugin, die im Untersuchungsausschuss aussagt, mit ihrem Mann kaum über Geschäfte gesprochen zu haben - und das, obwohl die Geschäfte bereits in den Medien ihren Niederschlag fanden. "Darüber kann sich ja wohl jeder selbst ein Bild machen", meinte die ÖVP-Abgeordnete.

Eine BAWAG-Tochtergesellschaft hat zudem auch hier als großzügiger Wohnraumbereitsteller agiert, verwies Tamandl auf eine der Zeugin Partik zu einer ausgesprochen günstigen Miete zur Verfügung gestellten Wohnung im ersten Wiener Gemeindebezirk. "Dabei wurde vonseiten des Vermieters das Mietverhältnis sogar jahrelang aufrechterhalten und auf eine Kündigung verzichtet, obwohl die Mieterin ihren Hauptwohnsitz im Ausland hat", so Tamandl.

Von der Causa AMIS sind rund 16.000 Anleger aus Österreich und Deutschland mit einer Gesamtanlagesumme von 120 bis 150 Millionen Euro betroffen. Von diesen Anlegergeldern sollen nach letzten Erkenntnissen rund 70 Millionen verschwunden sein. Gegen die zwei Geschäftsführer der AMIS Böhmer und Loidl werde deshalb auch schon wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betruges ermittelt. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Es sei Aufgabe des Strafverfahrens, hier zur Aufklärung beizutragen. Die Aufsichtsverantwortung liege laut Tamandl in diesem Fall wohl bei den Luxemburger Behörden, die schließlich gegenüber AMIS auch eine Verwarnung ausgesprochen haben. Ein Versagen der FMA kann Tamandl bisher nicht erkennen. Auch diese sei nicht vor kriminellen Machenschaften gefeit.
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