Küberl: "Integrationsoffensive statt Vogel-Strauß-Politik"

Caritas-Präsident zu IV-Positionspapier: "Wichtiger Beitrag zur Iaufenden Debatte"

Wien (OTS) - "Migration wird in Österreich oft zu einseitig, nämlich ausschließlich unter dem Blickpunkt von Sicherheit und Arbeitsmarkt betrachtet. Es geht aber auch um Bildung, Soziales und Lebenschancen", kritisiert Caritas-Präsident Franz Küberl die "Vogel-Strauß-Politik der Regierung in Sachen Integration".

Küberl: "Es würde Österreich große Vorteile bringen, wenn auch gesehen würde, dass wir es mit Menschen zu tun haben, die eine Fülle an Talenten und Kompetenzen einbringen. Das zu unterschätzen heißt, diese Fähigkeiten ungenützt zu lassen."

Der Caritas-Präsident hält in diesem Zusammenhang das heute, Mittwoch, von der Industriellenvereinigung präsentierte Positionspapier für "einen wichtigen Beitrag zur Integrationsdebatte". Das IV-Papier fordert bessere Rahmenbedingungen für bereits in Österreich lebende Menschen mit Migrationshintergrund sowie eine Förderung des qualifizierten Zuzugs, Integration und Bewusstseinsbildung für künftige MigrantInnen.

"Recht auf Familienzusammenführung, Zugang zum Arbeitsmarkt, Zugang zum Sozialsystem, Zugang zu Bildung, gezielte Infrastrukturpolitik samt Zugang zu leistbarem Wohnraum und politische Partizipation auf kommunaler Ebene", nennt Küberl den nötigen Mix für eine gelungene heimische Integrationspolitik aus Sicht der Caritas.

Um Chancengleichheit für alle zu erreichen, brauche Österreich dringend eine Integrationsoffensive. Diese dürfe aber nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund umfassen, sondern alle Menschen, die sich in Österreich an den Rand gedrängt fühlten. Die im Regierungsprogramm vorgesehene Einrichtung einer Integrationsplattform sieht Küberl als wichtigen Schritt zur dringend nötigen Evaluierung und Reparatur der Fremden- und Asylgesetze: "Die Regierung wäre gut beraten, das Thema anzugehen. Das steht in der Republik seit 40 Jahren aus."

Und Küberl weiter: "Als Caritas haben wir immer betont: Die Zahl derer, die zum Arbeiten nach Österreich kommen, muss der Staat festlegen. Aber: Diejenigen, die hier sind, müssen vernünftige Arbeits- und Lebensbedingungen vorfinden, sonst wird Not produziert."

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