Pierre Boulez dirigiert keine Opern mehr

Wien (OTS) - Der bedeutende französische Dirigent und Komponist Pierre Boulez wird künftig keine Opern mehr dirigieren. Das erklärt er in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe. Laut Boulez ist die letzte von ihm betreute Opernproduktion Janaceks "Aus einem Totenhaus" - Festwochen-Premiere am 12. Mai im Theater an der Wien.

Boulez, 82, in NEWS : "Das ist meine letzte Opernproduktion. Schauen Sie auf mein Alter." Karl Böhm habe zwar noch länger Opern dirigiert, aber "der Unterschied ist, dass er Operndirigent war, während ich hauptberuflich Komponist bin. Ja, die, Meistersinger hätte ich gern noch gemacht, aber das bedeutet drei oder vier Monate Intensivarbeit. Diese Zeit brauche ich, um Neues zu schaffen. Das ist mir wichtiger."

Selbst eine Oper zu schreiben schließt Boulez im NEWS-Gespräch nicht aus: "Derzeit nicht, aber vielleicht wird es in fünf Jahren anders sein. Ich bewundere Elfriede Jelinek, Peter Handke und Edward Bond sehr, aber ich möchte zuerst Musik für Orchester schreiben. Ich weiß schon, dass meine Musik theatralisch ist. Aber ich möchte nicht konventionell arbeiten. Ich bezweifle, dass ich in einem normalen Opernhaus mit Orchestergraben meine Oper so realisieren kann, wie ich will. Überhaupt hätte ich niemals in einem Opernbetrieb gearbeitet."

Am 12. Mai (Feiertag) ist Boulez mit Ferruccio Furlanetto Gast der von NEWS initiierten Künstlergespräche im Wiener Konzerthaus.

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0001