Wer ist fair? - Deutsche Milchbauern geben Startschuss für europaweite Milchpreisinitiative

Größte Protestbewegung von MilchbäuerInnen in der europäischen Agrargeschichte

Bad Leonfelden (OTS) - Mit Kundgebungen vor rund 130 Molkereien in Deutschland stärken die Milcherzeuger unseres Nachbarlandes ihren Abnehmern den Rücken für die laufenden Preisverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel.
Im Vordergrund steht die klare, europaweit abgestimmte Forderung der Milchbäuerinnen und -bauern nach einem fairen Milchpreis von 40 Cent je kg Milch, der die Untergrenze für eine kostendeckende und rentable Herstellung des besten Lebensmittels darstellt.

Ruinöse Bauernmilchpreise haben europaweit zu Produktionsminderung geführt und Lagerbestände an Milcherzeugnissen zur Neige gehen lassen. International herrscht eine rege Nachfrage, die den Preis sowohl bei Milchpulver als auch bei Frischprodukten im Regal zu bisher unbekannten Rekorden steigen lässt.
Europas Milchbauern vermissen allerdings eine entsprechende Wirkung beim Bauernmilchpreis.

Der Bund Deutscher Milcherzeuger (BDM) hat für heute, 9. Mai den wahrscheinlich größten Aufmarsch von Milchbäuerinnen und -bauern in der europäischen Agrargeschichte organisiert. Mehr als 26 000 Mitglieder des BDM helfen den Molkereien, beim Handel Preiserhöhungen durchzusetzen. Das Motto:"Wenn es die Molkereien alleine nicht hinbekommen, müssen wir sie jetzt motivieren und unterstützen. Wir lassen uns diesmal nicht mit 1 oder 2 Cent abspeisen".

Solidaritätsbekundungen finden auch in weiteren europäischen Ländern z.B. im Milchland Holland statt. Sieta van Keimpema, DDB (Dutch Dairy Board): "Der DDB hält mit tausenden Milcherzeugern Kundgebungen vor Campina in Zaltbommel und vor Friesland Foods in Meppel ab. Die Zielsetzung ist identisch: 40 Cent Milchpreis durch Nachdruck in den Preisverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel."

Österreichs Milchbauern haben mit ihrem Vorgehen gegen Milchverschleuderung und Preissenkungen in den letzten Monaten und Jahren beispielgebend gewirkt und werden am 1. Juni, dem Weltmilchtag, mit Aktionen für 40 Cent Milchpreis nachsetzen.

Wer ist fair?

In den nächsten Tagen starten Supermarktketten die "Fair-Trade-Wochen". Gleichzeitig laufen Preisverhandlungen für Milchprodukte. Alle an der Wertschöpfungskette Milch beteiligten Partner haben ihre Aufgaben für einen hohen ethischen Standard zu erfüllen.
Die Bereitschaft von Molkereien und Handelsketten, heimischen Milchbauern für nachhaltig und umweltfreundlich erzeugte Milch einen fairen Lohn zukommen zu lassen, werden wir unter dem Aspekt "Wer ist fair?" in den nächsten Wochen genau beobachten.

A faires Jogurt!

Kooperation mit der Stainzer Milch

Die Stainzer Molkereigenossenschaft hat ihren Mitgliedern die Aufnahme einer Zusammenarbeit mit der IG-Milch mitgeteilt. "Ausgehend von Gesprächen mit der IG-Milch im Dezember haben wir uns entschlossen, zum beiderseitigen Nutzen die Marke "A faire Milch" auf den Bereich Joghurt zu übertragen. Wir versprechen uns Listungen und zusätzliche Umsätze außerhalb unseres Heimmarktes und unterstützen damit im Rahmen unserer Möglichkeiten auch die Bemühungen der IG-Milch um eine Bewusstseinsveränderung bei den Entscheidungsträgern im Handel und bei den Konsumenten."

Wir als IG-Milch sehen die Stainzer Milch als erfolgreiche Genossenschaft mit großer Nähe zu ihren Mitgliedern, die sich mit gutem Marketing im Reigen der Großen behauptet hat. Über die Zusammenarbeit freuen wir uns riesig und wir können aus der Kooperation "A faires Joghurt" präsentieren.
In Kürze wird Naturjoghurt im 250g und 500g-Becher im Lebensmittelhandel erhältlich sein.

Steckbrief Stainzer Milch:

Standort 40 km südwestlich von Graz, ca. 600 Lieferanten, 30 Mill. kg Milchanlieferung, gentechnikfreie Fütterung. Gesamtumsatz 2005: 17 Mio. Euro
Die Molkerei Stainz beschäftigt 55 Mitarbeiter/innen, darunter 4 Lehrlinge und wurde im Rahmen der Aktion FAIR WORK als ,,besonders mitarbeiterfreundliches Unternehmen" ausgezeichnet.

CCA zeichnet A faire Milch aus

Vor einem Jahr hat sich der Vorstand der IG-Milch an die Entwicklung einer Milchmarke gewagt, über den Namen des Produktes und das Aussehen der Verpackung nachgedacht und sich für das rot-weiß-rote Design entschieden.
"A FAIRE MILCH" wurde jetzt vom CCA (CREATIVE CLUB AUSTRIA), der höchsten Kreativinstanz der Werbewirtschaft in Österreich, mit einer Auszeichnung in der Kategorie "Verpackungsdesign" bedacht.

Nominierung Staatspreis

Das "Österreichische Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitszentrum" teilte uns mit, dass das Marketingkonzept "A faire Milch" von einer hochrangigen Jury unter die 5 Kandidaten für den Staatspreis Marketing 2006 gewählt wurde.
Der Staatspreisträger wird heute, am 9. Mai im Rahmen des 2. Österreichischen Marketingtages aus den 5 Kandidaten gekürt.

Die Nominierung ist für uns eine riesige Auszeichnung. Die Idee und die Arbeit für "A faire Milch" an den besten und größten Werbeagenturen des Landes zu messen, ist eine Anerkennung für den Einsatz und die Überzeugung mit der Milchbauernfamilien die Chance ergriffen und sich hinter das Projekt "A faire Milch" gestellt haben.

Wir freuen uns gemeinsam über diesen Erfolg!

Hinweis:
Digitale Pressemappe unter office@ig-milch.at erhältlich.

Weitere Bilder abrufbar unter:
http://pressefotos.at/album/1/45/200705/20070509_m/

Rückfragen & Kontakt:

Ewald Grünzweil
Obmann IG-Milch
Amesschlag 30
4190 Bad Leonfelden

Tel.: 0664 2023869
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