Matratzenverkauf im Pfarrheim - Polizei schritt ein

Zart schmelzender Kern mit Goretex-Umhüllung

Wien (AKNÖ) - Mit einem 250 Euro-Gutschein wurden Gewinner zu
einer Fahrt ins Blaue gelockt. 45 Personen aus dem Bezirk St. Pölten wurden eingesammelt, um sie zu einer Verkaufspräsentation in ein Pfarrheim in Ansfelden (OÖ) zu bringen. Die TeilnehmerInnen sollten Matratzen mit "aufgeschäumtem Sojamilchkern" zum stolzen Preis von 898 Euro kaufen. Weil es bei diesen Veranstaltungen verboten ist Waren zu verkaufen, wurde die Veranstaltung durch die Polizei aufgelöst.

Im Pfarrheim wurden den TeilnehmerInnen die neuen Wundermatratzen "im Wert von 1898 Euro" präsentiert. Besser als Wasserbetten seien die aus "aufgeschäumter Sojamilch" bestehenden Matratzen, da sie beim Umdrehen keine glucksenden Geräusche verursachen, wurde da schwadroniert. An Stelle der versprochenen 250 Euro wurden sogar 1000 Euro in Aussicht gestellt - Der Haken an der Sache: Die Summe gab es nicht bar auf die Hand, sondern wurde im Fall des Kaufes vom Preis abgezogen. Mit diesem "Nachlass" von 1000 Euro wurde es den älteren Menschen schmackhaft gemacht, sofort zu kaufen. In drei Stunden wurden auf diese Weise 6.286 Euro umgesetzt. Auf den Verträgen war die Mehrwertsteuer nicht ausgewiesen, was auch die Finanzbehörden interessieren dürfte. Ist doch davon auszugehen, dass die Firma auch andernorts Waren auf diese Art verkauft.

Kalkulierbares Risiko
Die Firma, die hinter dieser Werbefahrt steckt, hat zwar eine österreichische Postfachadresse, tatsächlich unterschreibt man den Vertrag jedoch bei einer holländischen Firma. Diese Firma, Westerline Limited, ist den AKNÖ-Konsumentenschützern bestens bekannt. Aufgrund der fehlenden Genehmigungen dürften deren Moderatoren in Österreich nicht einmal Waren feilbieten, geschweige denn verkaufen. Westerline hat sich auf Werbeverkaufsveranstaltungen spezialisiert. Dieser Umstand dürfte der Firma bekannt sein, wurden doch bereits mehrere dieser Veranstaltungen von der Polizei aufgelöst. Aber offenbar geht man das Risiko, erwischt zu werden, bewusst ein, weil das Geschäft trotzdem lukrativ ist", meint Dr. Eva Schreiber, die Leiterin der AKNÖ-Konsumentenberatung.

Veranstaltung aufgelöst, Schaden für den Wirtschaftsstandort
Auf Hinweis der AKNÖ-Konsumentenschützer wurde die Veranstaltung ins Ansfelden von der Polizei aufgelöst. Im Anschluss wurden die TeilnehmerInnen durch die AKNÖ über ihre Rechte aufgeklärt. "Bei Veranstaltungen dieser Art leidet nicht nur das Geldbörsel der PensionistInnen, sondern auch der Wirtschaftsstandort Österreich. Zudem wird der Finanzminister durch Werbeverkaufsveranstaltungen in ganz Österreich tagtäglich um Steuereinnahmen geprellt", so Schreiber. Den KonsumentInnen raten die Konsumentenschützer jedenfalls: "Werfen Sie solche Einladungen ins Altpapier!"
Der AKNÖ sind weitere Veranstaltungstermine von Westerline bekannt.

Rückfragehinweis: Konsumentenschutzabteilung der AKNÖ, Dr. Eva Schreiber, 01 58883 1323
Dr. Eva Schreiber

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