Zwazl: Ist Bures profilierungssüchtig?

Die Blum-Bonus-Debatte schädigt das Image von Lehrberufen und schadet den Mädchen.

St. Pölten (OTS) - Nichts Positives kann Wirtschaftsbund-Obfrau
KoR Sonja Zwazl dem Vorstoß von Frauenministerin Doris Bures abgewinnen. Bures kündigte an, dass künftig nur noch "nicht-traditionelle" Lehrberufe den sogenannten Blum-Förderbonus erhalten sollen. All jene Betriebe, die Frisörinnen, Verkäuferinnen oder Sekretärinnen ausbilden, würden demnach kein Anrecht auf finanzielle Unterstützung mehr haben. "Damit werden ganze Branchen in Misskredit gebracht. Die Ministerin schädigt mit ihren Vorschlägen das Image von Lehrberufen nachhaltig", so Zwazl.

Außerdem werde durch die einseitige Förderungspolitik Druck auf Mädchen ausgeübt, sich für "Zukunfts-Berufe", beispielsweise im technischen Bereich, zu entscheiden. Ob diese Lehrstellen auch den Talenten und Fähigkeiten der jungen Frauen entsprechen, wurde von der Ministerin nicht berücksichtigt. "Mit solchen unüberlegten Schritten wird den Mädchen nichts Gutes getan", ist Zwazl überzeugt. Unzufriedene Lehrlinge laufen Gefahr, die Ausbildung abzubrechen. Die Drop-Out-Quoten und die Zahl der sozialen Abstürze könnten steigen.

"Ich lade die Frau Minister gerne ein, sich von uns Nachhilfe im Bereich Berufsinformation geben zu lassen", so Zwazl. Sie verweist auf die erfolgreiche Lehrlingsoffensive "Jimmy on tour" der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Seit drei Jahren sind Experten und Unternehmer in den Schulen unterwegs. Sie klären Jugendliche über Ausbildungsmöglichkeiten und Chancen am Arbeitsmarkt auf. In der zweiten Schulbesuchswelle (26. Februar bis 27. April 2007) fanden 584 Präsentationen statt, 12.900 Schüler konnten informiert werden. Besonders beliebt bei den Jugendlichen ist die Internetplattform www.frag-jimmy.at. Hier können Interessierte online testen, für welche Berufe sie geeignet sind. Mehr als 10.000 Zugriffen pro Monat beweisen, dass es jungen Menschen keineswegs egal ist, für welche Ausbildung sie sich entscheiden. "Von einer Ministerin darf erwartet werden, dass sie die Anliegen der Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns rückt. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob es hier nicht eher um Profilierungssucht geht", so Zwazl abschließend.

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