Schicker: Ein wichtiger Tag für Wien und seine Architektur

Architekten Czech, Krischanitz und Spalt heute im Rathaus geehrt

Wien (OTS) - Die über Österreichs Grenzen hinaus renommierten Architekten Hermann Czech, Adolf Krischanitz und Johannes Spalt erhielten heute von Planungsstadtrat Rudi Schicker die Goldene Ehrenmedaille bzw. das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien.****

"Das Spektrum der drei Architekten ist enorm. Entsprechend vielfältig und groß sind die Werke in und für Wien - sei es der Umbau der Secession und die Kunsthalle project-space von Adolf Krischanitz, oder das Messehotel von Hermann Czech", freute sich Schicker anlässlich der Ehrung und ergänzte: "Genauso bedeutend ist deren Lehrtätigkeit für mehr als eine Generation von ArchitektInnen. Besonders Johannes Spalt gab sein Wissen bereitwillig an KollegInnen weiter und wurde zur treibenden Kraft. So wundert es nicht, dass er in der legendären Meisterklasse von Clemens Holzmeister eine Sonderstellung innehatte."

Obwohl Hermann Czech in Österreich nie eine Professur inne hatte, zählt er sicher direkt oder indirekt zu einem wichtigen Lehrer der Wiener Architektenszene. Durch seine Cafes und Restaurants landet früher oder später jede ArchitektIn oder ArchitekturstudentIn in einem Lokal von Czech. Der Anteil der begehbaren, erlebbaren Objekte ist im Vergleich zu anderen ArchitektInnen sehr hoch. Die ersten Eindrücke seiner Räume sind oft schlicht. Modische Neuheiten oder platte Effekte wird man vergebens suchen. Erst bei genauerem Studium findet sich ein vielschichtiges Netz, das sich unter anderem zwischen Loos, Frank, Wagner aber auch Konrad Wachsmann aufspannt.

Während seines Studiums an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Clemens Holzmeister in der "legendären Meisterklasse" gemeinsam mit u.a. Kurrent, Achleitner, Gsteu, Falkner, Schweighofer, Lackner genießt Johannes Spalt durch sein Alter und seine bereits vorhandene Berufserfahrung eine Sonderstellung. Parallel zu seiner "Lehrertätigkeit" sind auch seine Verdienste um die Weitergabe von in Form von Ausstellungen zu sehen. Besonders hervorzuheben sind die Ausstellungen "Wien um 1900" (1964 mit Holzbauer und Kurrent) und die "Internationale Kirchenbauausstellung" (1966 mit Kurrent). Sowie später "Personalen" zu Josef Hoffmann, Heinrich Tessonow, Oswald Haerdtl, Josef Frank und Adolf Loos. Mit diesen Ausstellungen hat Spalt dazu beigetragen, das teilweise verschüttete Wissen über die Wurzeln der zeitgenössischen (modernen) Wiener und Österreichischen Architektur nach 1945 freizulegen.

Ein immer wiederkehrendes Thema in den Arbeiten von Adolf Krischanitz ist die Dualität oder das "dialogische Prinzip": Theorie (Lehre) und Praxis, Konzeption und Rezeption, Architektur und Kunst (Krischanitz war Präsident der Wiener Secession), Wien (Wohn- und Arbeitsort) - Berlin (Professor an der Hochschule der Künste). Diese Dualität findet sich auch bei realisierten Gebäuden wieder. So geschehen beim anfänglich als Provokation empfundenen "Steirerhof" in Graz (heute akzeptierter Teil des städtischen Ensembles) oder auf einer kulturellen und gesellschaftlichen Ebene bei der Neue Welt Schule (Prater) oder der Lauder Chabad Schule (Augarten). Krischanitz ist für seine unzähligen Pavillons, die sich fast wie eine Konstante durch sein Schaffen ziehen, bekannt. Er beschäftigt sich auch sehr umfassend und fundiert Thema "Siedlung". Zu nennen ist hier sicher der Versuch einer Wiederinstandsetzung und "teilweisen" Korrektur der Wiener Werkbundsiedlung (gemeinsam mit Otto Kapfinger, ab 1983) in Form einer "kritischen Denkmalpflege". (Schluss) kel

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