"Presse"-Kommentar: Heiße-Luft-Schlacht (von Oliver Pink)

Ausgabe vom 7. Mai 2007

Wien (OTS) - Schmollen, Drohen, Bluffen: Der Eurofighter-Poker nervt. Und der Ruf der Republik Österreich ist mittlerweile schon verspielt.
Und einmal noch: Drei Anbieter standen zur Auswahl, die annähernd Gleichwertiges offerierten. Die Regierung entschied sich für das Produkt Eurofighter, nicht zuletzt weil dieses kompatibler mit einer gemeinsamen EU-Sicherheitspolitik ist. Die Republik Österreich schloss einen Kaufvertrag. Und - privat wie öffentlich international üblich - pacta sunt servanda.
Jeder Autokäufer weiß das. Nur weil der neuen Freundin das Gefährt nicht gefällt, das er mit der alten ausgesucht hat, wird er es nicht kostenlos stornieren können (gilt beziehungstechnisch natürlich auch umgekehrt).
Die Eurofighter GmbH darf sich also mit Recht gefrotzelt fühlen. Allerdings muss den Herren in München auch klar sein, dass sie einen ihnen nicht genehmen U-Ausschuss nicht einfach abwürgen können. Dass dieser seine Berechtigung hat, dürfte nach den schönen Einblicken, die er uns in die Welt der Lobbyisten sowie der Familien Rumpold und Wolf gewährt hat, außer Zweifel stehen.
Eurofighter schmollt nun also und Norbert Darabos droht. Das ist allerdings nicht viel mehr als Verhandlungs-Show, ein "Poker", wie der Verteidigungsminister richtigerweise meint. In dem er selbst die besten Karten hat. Denn kraft seines Amtes kann er im Alleingang einen Ausstieg aus dem Vertrag verkünden. Die Zeche würde dann aber die Republik zahlen - in Form einer saftigen Stornogebühr und/oder in Form von Neuwahlen.
Noch blufft Darabos nur. Den Ruf der Republik hat er allerdings schon verspielt. Vielleicht kann er wenigstens seinen eigenen noch retten.

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