ÖSTERREICH: Böhler-Boss Raidl will Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter

Raidl: "Gewinnanteile sollen wie beim 13. und 14. Gehalt steuerlich begünstigt werden."

Wien (OTS) - Böhler-Uddeholm-Generaldirektor Claus Raidl fordert nach der Flexibilisierung der Arbeit auch flexiblere Möglichkeiten bei den Löhnen. Raidl will "in guten Zeiten eine individuelle Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter, um die Verteilungsfrage zu entschärfen". In dem Interview mit der morgigen Ausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH erklärt Raidl auch, wie eine derartige Regelung aussehen könnte: "Die Lohnquote sinkt, die Gewinnquote steigt. Zusätzlich zu einem ordentliche KV-Abschluss sollten die Beschäftigten daher Gewinnanteile erhalten, am besten steuerlich begünstigt wie beim 13. und 14. Gehalt."

Raidl weiter: "Es geht nicht, dass die Dividenden um 20 Prozent steigen, die Gehälter der Vorstände um bis zu 30 Prozent, und beim KV streiten wir um 2,9 oder 3,1 Prozent. Die Menschen werden die Marktwirtschaft nur akzeptieren, wenn die Verteilungsfrage geklärt ist."

Zur Frage welcher Anteil ihm für die Mitarbeiter vorschwebe, sagte der Böhler-Boss: "Bei Böhler legen wir drei Jahre im vorhinein fest, bei welchem Gewinn welche Prämie bezahlt wird. Derzeit geht das bis 1.700 Euro. Im Schnitt kann ein Mitarbeiter also sieben bis zehn Prozent mehr verdienen." Jedenfalls könne nicht der ganze Profit nur dem Faktor Kapital zugute kommen, "auch der Faktor Arbeit muss bedacht werden", so der Konzern-Chef. Von Unternehmensbeteiligungen der Mitarbeiter hält Raidl wenig: "Die Leute brauchen Cash und keine komplizierten Konstruktionen."

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