"kURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Die Freiheit, sein Verhalten zu ändern"

Der UN-Klimabericht muss Konsequenzen haben - auch für jeden Einzelnen.

Wien (OTS) - Die Botschaft ist eindeutig: Wir müssen rasch
handeln, um die drohende Klima-Katastrophe abzuwenden. Im ersten Teil des Weltklima-Berichts ist die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung klargestellt worden; Teil 2 beschrieb die Folgen, wenn die Temperatur um zwei Grad Celsius steigt (bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten sind dann vom Aussterben bedroht).
Der gestern veröffentlichte 3. Teil schildert mögliche Auswege. Damit bis zum Jahr 2015 der weltweite Kohlendioxidausstoß stabilisiert und danach verringert werden kann, sind politische Maßnahmen gefragt, globale Lösungen, internationale Abkommen.
Aber der Klimawandel und seine Folgen gehen nicht nur die Regierungen und deren Experten, die Wirtschaft und die Wissenschaft etwas an. Änderungen im Lebensstil jedes Einzelnen helfen ebenfalls. Die individuelle Freiheit ist ein hohes Gut in westlichen Industriegesellschaften. Dazu gehört die freie Energieverwendung, bis hin zur Energieverschwendung.
Dabei ist das Problembewusstsein ungleich verteilt. In den USA ist es ungeschriebenes Gesetz, die Klimaanlage jederzeit auf Höchstleistung laufen zu lassen. Wer ein sparsames Auto fährt, gilt als Verlierertyp. Das gehört zu jenem "verbrauchenden Lebensstil", den der aktuelle UN-Bericht anprangert. Durch die globale Kommunikation ist dieser way of life der Traum vieler Menschen in den entlegensten Weltgegenden geworden. Wer nun von den so genannten Entwicklungsländern deren Beitrag zur Rettung des Klimas verlangt, muss mit gutem Beispiel vorangehen; andernfalls fehlt jeder moralische Anspruch, von anderen mehr Verantwortung zu fordern.
Die Verbraucher in den Industriestaaten sollten ihr Konsumentenverhalten anpassen, bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel sorgfältiger werden, im Haushalt klimaschonende Techniken bevorzugen. Das kann da oder dort teuer sein. Ungleich teurer wäre es, nichts zu tun.

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