Untersuchungsausschuß ohne Stenographen

Graf: "Der Versuchsballon Tonbandaufzeichnung statt Protokollführung hat sich nicht bewährt; ein Teil des Protokolls wurde gar nicht aufgezeichnet."

Wien (OTS) - Skeptisch zu einer Fortsetzung des heutigen Experiments, Anhörungstage der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse ohne Stenographen abzuhalten, äußert sich der Vorsitzende des Banken-Untersuchungsausschusses, FPÖ-NAbg. Dr. Martin Graf.

"Die Nennung des eigenen Namens vor jeder Wortmeldung wird aus verständlichen Gründen häufig vergessen", erläutert Graf. Wiederkehrende Erinnerungen geben den Sitzungen einen eher parodistischen Charakter, der nicht im Interesse des Untersuchungsauftrages liegen kann. Zudem wurde wegen eines technischen Gebrechens der vertrauliche Teil der heutigen Sitzung gar nicht aufgezeichnet."

Auch sei dem allgemeinen Verständnis von Fragen und Antworten nicht förderlich, wenn Dialoge in rascher Wechselfolge sowie Zwischenbemerkungen regelmäßig von vorangestellten, eingeschobenen oder abschließenden Namensnennungen fragmentiert würden. Mitunter nehme die Nennung der Namen mehr Zeit in Anspruch als die Wortmeldungen an sich.

"Die Konzentration von Anhörungspersonen und Befragenden wird ungünstig beeinflußt", erklärt der Ausschußvorsitzende. "Ich werde in der kommenden Fraktionsführerbesprechung deshalb empfehlen, zum bewährten Modus und damit der Protokollführung durch den parlamentarischen Stenographendienst zurückzukehren. An Tagen, an denen die Stenographen nicht zur Verfügung stehen, werden keine Sitzungen mehr stattfinden. Denn so kann nicht gearbeitet werden."

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