Zunahme heimischer Palmöl-Importe führt zu Urwald-Abholzung

Greenpeace: Kraftfahrzeuge sparsamer gestalten und Verkehrsaufkommen reduzieren

Wien (OTS) - Untersuchungen von Greenpeace zeigen, dass die Beimischungspflicht für Biotreibstoffe dramatische Folgen für den Urwald in Südostasien hat. Der Grund dafür sind die stark gestiegenen Importe von Palmöl. Diese stammen meist aus Indonesien und Malaysia, wo für die Palmölplantagen riesige Urwaldflächen gerodet werden. Und dadurch werden große Mengen an CO2 freigesetzt. Was uns also als Klimaschutz verkauft werden soll, wirkt sich letztlich äußerst negativ auf die Treibhausgas-Bilanz aus.

In den vergangenen Jahren haben sich die Palmöl-Importe mehr als verdoppelt. Das Palmöl selbst wird zwar kaum für die Treibstoff-Produktion verwendet, spielt aber dennoch eine wichtige Rolle: Es kompensiert die Lücke, die am Markt für Pflanzenöle entstanden ist, weil immer mehr Rapsöl zu Biodiesel verarbeitet wird. Berechnungen zeigen, dass allein durch die Zunahme der heimischen Palmöl-Importe von 2003 bis 2006 rund fünftausend Hektar Regenwald abgeholzt wurden, womit man rund fünf Millionen Tonnen CO2 freigesetzt hat. Dazu kommt noch, dass viele Plantagen auf Torfböden errichtet werden: Durch die Oxidation des Bodens entstehen hier Emissionen von bis zu 33 Tonnen CO2 pro Tonne Palmöl.

"Palmöl landet zwar nicht selbst im Tank, aber die Importzunahme ist dennoch auf die Biotreibstoffrichtlinie zurückzuführen", betont Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof. "Die Auswirkungen sind derart negativ, dass es unter den derzeitigen Bedingungen für das Klima schlechter ist, mit Biodiesel als mit herkömmlichem Diesel zu fahren."

Indonesien weist als Palmöl-Marktführer die weltweit schnellste Zerstörung seiner Regenwälder auf. Dies wurde inzwischen auch vom Guinness-Buch der Rekorde zum Anlass genommen, Indonesien in seiner kommenden Ausgabe entsprechend zu "würdigen". "Indonesien ist mit seinem Guinness-Eintrag offizieller Weltrekordhalter in Sachen Waldzerstörung. Ein Umstand der die indonesische Regierung und die Weltgemeinschaft zum sofortigen Handeln zwingen sollte", stellt Greenpeace-Waldexperte Bernhard Obermayr fest. "Andernfalls werden falsche Rezepte gegen den Klimawandel, zum Beispiel also Biotreibstoffe, die Wälder und das globale Klima weiter in Mitleidenschaft ziehen", so Obermayr.

Greenpeace fordert, diese negativen Auswirkungen beim Betrieb von Palmöl-Plantagen in den Griff zu bekommen, bevor der Anteil an Biotreibstoffen weiter erhöht wird. Die derzeitige Biotreibstoffrichtlinie ist eine Scheinlösung, welche die Probleme nur vergrößert. Greenpeace stellt sich nicht prinzipiell gegen Biotreibstoffe, denn sie können die Emissionen aus dem Verkehrsbereich tatsächlich reduzieren. Zuerst muss aber dafür gesorgt werden, dass die Kraftfahrzeuge sparsamer werden, und dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird. Damit ist gegen die globale Erwärmung nämlich weitaus mehr zu erreichen als durch die Verwendung von Biodiesel allein.

Zum vollständigen Hintergrundpapier:
http://www.greenpeace.at/biotreibstoffe

Rückfragen & Kontakt:

DI Jurrien Westerhof, Energie-Experte Greenpeace CEE
Tel.: 0664-6126701
Mag. Bernhard Obermayr, Wald-Experte Greenpeace CEE
Tel. 0664-4904986

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