Plassnik: "Vertrauen - Rohstoff, an dem im Nahen Osten der größte Mangel besteht"

Außenministerin Plassnik zur internationalen Irak-Konferenz

Abu Dhabi (OTS) - Vor dem Hintergrund ihrer derzeitigen Reise in
der Golfregion und ihrer Gespräche mit Außenminister Sheikh Abdullah bin Zayed Al Nahyan, Innenminister Sheikh Saif bin Zayed al Nahyan und hochrangigen Wirtschaftsvertretern der Vereinigten Arabischen Emirate begrüßte Außenministerin Ursula Plassnik die laufende internationale Irak-Konferenz in Sharm el-Sheikh, am 3.-4. Mai, als ermutigenden Beitrag zur Stabilisierung der Region.

"Unter der Führung der Vereinten Nationen ist es gelungen, die Vielzahl der Initiativen zugunsten des Irak in ein Dokument zu gießen. Damit wurde eine Grundlage für eine langfristige wirtschaftliche Entwicklung des leidgeprüften Iraks geschaffen. Die konsequenten Anstrengungen der EU, an denen auch Österreich aktiv beteiligt ist, werden nachhaltig fortgesetzt werden. Gerade im Bereich Schuldenerlass hat Österreich einiges getan", so die Außenministerin, die zudem betonte, dass sich die Sicherheitssituation im Irak nur verbessern könne, wenn alle Seiten einen ernsthaften Dialog führen, der vom Bemühen um Konsens getragen ist.

Das erstmalige Zusammentreffen des Irak und seiner Nachbarstaaten mit den wichtigsten internationalen Akteuren, einschließlich der USA, auf Ministerebene sei ein deutliches Hoffnungszeichen und ein wichtiger Schritt, um eine tragfähige Basis für Fortschritte im Irak zu schaffen, so Plassnik. "Erst direkte politische Gespräche schaffen das notwendige Verständnis für unterschiedliche Positionen. Sie sind auch die Voraussetzung für den Aufbau von Vertrauen - jener Rohstoff, an dem im Nahen Osten der größte Mangel besteht", erklärte die Außenministerin.

Gleichzeitig verheimlichte Außenministerin Plassnik nicht ihre Sorge über eine mögliche Ausweitung des hohen Konfliktpotentials der Region: "Die Gefahren, die mit einem weiteren politischen Stillstand im Nahost verbunden sind, dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Der israelisch-palästinensischer Konflikt, die offenen Probleme zwischen Israel und Syrien, die innenpolitische Blockade im Libanon sowie das schwierige Verhältnis des Iran gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft, einschließlich der Länder der arabischen Halbinsel, sind eng miteinander verbunden und erfordern umfassende Lösungsansätze. Wir müssen die Dialogs- und Vertrauensarbeit beharrlich fortsetzen. Dies setzt aber auch die Bereitschaft zum Aufeinander-Zugehen aller Beteiligten und zum Ausgleich der verschiedenen Interessen der Akteure der Region voraus. Alle - auch wir in Europa " sind aufgerufen, Verantwortung wahrzunehmen."

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