AstraZeneca klagt wegen Patentverletzung bei Krebsmedikament

Wien (OTS) - AstraZeneca hat in Österreich gegen Ratiopharm und gegen Genericon Klage wegen Patentverletzung eingebracht und Anträge auf einstweilige Verfügungen gestellt, weil diese beiden Hersteller Generika mit dem Wirkstoff Bicalutamid auf den Markt gebracht haben, obwohl dieses AstraZeneca Produkt noch bis 8.7.2008 patentgeschützt ist.

Der Wirkstoff Bicalutamid wurde von AstraZeneca in langjähriger Forschungsarbeit entwickelt und wird unter dem Markennamen CASODEX (R) als Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt.

"Wir stellen leider in letzter Zeit immer häufiger fest, dass Generikahersteller ihre Produkte schon vor dem Patentablauf des Originalproduktes auf den Markt bringen", erläutert AstraZeneca Sprecher Michael Slabina.

Es kommt für den Originalhersteller zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Nur selten gelingt es, eine gerichtliche einstweilige Verfügung, die den Vertrieb des Generikums wegen der Patentverletzung untersagt, zu erwirken noch bevor die Aufnahme des Generikums in den grünen Bereich des Erstattungskodex erfolgt.

Damit sind aber vor allem viele Ärzte, Apotheker und Patienten betroffen, wenn - wie schon mehrfach vorgekommen - Generika aufgrund einer Gerichtsentscheidung wieder vom Markt genommen werden müssen, nachdem bereits Patienten umgestellt wurden.

"Wir appellieren daher an die Verantwortlichen, im Sinne der Patienten eine vernünftige Lösung zu finden, die sicherstellt, dass Patentrechte für neue Medikamente beachtet werden", fordert Slabina.

Aufgrund der derzeit gültigen Gesetzeslage können sowohl die arzneimittelrechtliche Zulassung eines Generikums als auch die Aufnahme in den Erstattungskodex bereits vor Patentablauf erfolgen. Eine Prüfung, ob noch ein Patentschutz besteht, ist nicht vorgesehen. Um seine Rechte zu wahren, bleibt dem Originalhersteller nur der Weg über die Gerichte.

Die Entwicklung eines neuen Medikamentes verursacht Kosten in Höhe von mehr als 900 Millionen Euro, wobei letztlich nur eines von mehreren Tausend Molekülen tatsächlich als Medikament auf den Markt kommt. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass forschende Arzneimittelhersteller einen ausreichend langen Schutz für ihre neuen Arzneimittel haben, weil sonst die weitere Forschung und damit der medizinische Fortschritt in höchstem Maße gefährdet wären.

Generikahersteller haben naturgemäß keine Ausgaben für Forschung und können aus diesem Grunde Arzneimittel zu einem wesentlich günstigeren Preis anbieten.

"Dies ist auch aus unserer Sicht völlig in Ordnung, und Generika können einen Beitrag zur Senkung der Medikamentenkosten im Interesse der Beitragszahler leisten", sagt Slabina, "aber bitte erst nach dem Ablauf des Patentschutzes."

Aufgrund der strengen Regeln in Österreich muss übrigens der Preis des Originalproduktes kurze Zeit nach dem Markteintritt der Generika auf das Preisniveau der Generika gesenkt werden. Somit wird eine deutliche Kosteneinsparung für die Krankenkassen auch dann erzielt, wenn die Patienten weiterhin das Originalmedikament verschrieben bekommen.

Über AstraZeneca:

AstraZeneca ist ein bedeutendes internationales Pharmaunternehmen, das sich mit der Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sowie mit der Erbringung von Dienstleistungen im Gesundheitsbereich befasst. Mit einem Umsatz auf dem Gesundheitssektor von 26,47 Milliarden US-Dollar gehört das Unternehmen zu den weltweit führenden Pharmafirmen mit Fokus auf gastrointestinale, onkologische, kardiovaskuläre, neurologische und respiratorische Therapeutika. AstraZeneca ist im globalen und europäischen Dow Jones Sustainability Index sowie auch im FTSE4Good Index notiert.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Michael Slabina
AstraZeneca Österreich GmbH
1037 Wien, Schwarzenbergplatz 7
Tel.: (01) 71131-204 oder (0676) 6816001
michael.slabina@astrazeneca.com

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