"Ketten sprengen" für den (Journalisten-)"Beruf mit Todesrisiko"

KulturGewerkschaft KMSfB beging Welttag der Pressefreiheit

Wien (pd kmsfb/ÖGB) - Unter dem Motto "Ketten sprengen" und mit einem beeindruckenden neuen Logo hielt die KulturGewerkschaft KMSfB (Kunst, Medien, Sport, freie Berufe), Sektion Kommunikation und Publizistik, gemeinsam mit den UNO-Journalisten am Mittwochabend in Wien eine Gedenkfeier anlässlich des Welttages der Pressefreiheit ab. Im Vordergrund standen dabei jene Medienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die in Ausübung dieses "Berufes mit Todesrisiko" ums Leben kamen oder inhaftiert wurden. "Die Freiheit und Vielfalt der Medien ist aber nicht nur in Krisenregionen gefährdet, sondern auch in den westlichen Demokratien", sagte KMSfB-Vizevorsitzender Michael Kress. "Nur weil in Österreich kein Journalist ums Leben kommt, dürfen wir uns nicht zufrieden zurücklehnen". In Österreich sei die Selbstzensur der Medien, die Schere im Kopf, die größte Bedrohung für die Presse-freiheit. Die Pressefreiheit stehe jeden Tag auf dem Prüfstand, "wir müssen täglich um sie kämpfen - auch in Österreich", sagte Kress weiter und appellierte an die Kol-legenschaft: "Helft mit, die Ketten zu sprengen!"

Journalisten-Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß

Bei der von der Tageszeitung "Die Presse" unterstützten Veranstaltung betonte Kress, dass die Pressefreiheit auch "Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß von uns Journalisten" voraussetze. Denn wie jede Freiheit habe auch die Pressefrei-heit Grenzen - sie sei kein Freibrief für Falschmeldungen. "Ein Teil der Pressefreiheit liegt also auch bei uns selbst", sagte Kress. Und weiter: "Zwar lieben auch Politiker die Pressefreiheit, allerdings nur, so lange über sie nichts Kritisches veröffentlicht wird. Die Pressefreiheit wäre daher nicht gefährdet, wenn Journalisten nur schrieben, was allen gefiele. Das tun wir zum Glück aber nicht".

Pressefreiheit Gradmesser für Qualität einer Demokratie

Insgesamt sei die Pressefreiheit ein Gradmesser für die Qualität einer Demokratie, der demokratischen Reife eines Landes, das somit das Urteil über sich selbst in der Hand habe. In seinen Ausführungen machte Kress auch einen historischen Exkurs mit Hinweis auf die Abschaffung der Zensur in Österreich am 15. März 1848 durch Ferdinand II. Wenig später - am 3. Juli 1848 - erschien "Die Presse" mit ihrer ersten Ausgabe und trägt noch heute die Zeile "frei seit 1848" auf ihrer Titelseite. (schluss)

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ÖGB, 3. Mai 2007 Nr. 291

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