Wer alle Kinder gleich behandelt, begeht ein Verbrechen an ihrer Einzigartigkeit

Gesamtschule bietet keine gleichen Chancen für alle

Wien (OTS) - Helmut Abl, Vorsitzender der Österreichischen Professoren-Union/Vorarlberg und AHS-Lehrervertreter widerspricht vehement der Behauptung, in einer Gesamtschule hätten alle die gleichen Chancen. "Wir wissen, dass die in den Gymnasien unseres Landes geleistet Arbeit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Vorarlberger Hauptschulen, an denen die Lehrkräfte mit größtem Engagement für die Jugendlichen tätig sind und die Basis legen für die Qualität unserer Lehrlinge in der dualen Ausbildung bzw. für jene Schüler und Schülerinnen, die über die Hauptschule kommend, zahlreich den Weg zu Matura und Studium beschreiten", betont Abl. ****

Der stets wiederkehrenden Diskussion zur Struktur des Bildungssystems liegt im Wesentlichen eine Problematik zugrunde, nämlich die der Migration. "Die erste große Aufgabe zukünftiger Bildungspolitik muss es folglich sein, massive Konzentrationen von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache zu vermeiden. Viele Eltern 'flüchten' u.a. ja gerade deshalb mit ihren Kindern in alternativpädagogische Modelle, in Kreativ-, Musik oder Sporthauptschulen oder, bei ausreichend guten Noten, ins Gymnasium", so Abl weiter. Will man also Sprengelhauptschulen in Ballungszentren nicht überfordern, muss per Quote für eine möglichst gleichmäßige Verteilung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache auf alle Schulen gesorgt werden.

Die zweite große Herausforderung, der sich Bildungspolitiker auch vorrangig stellen müssen, ist die Förderung jener Kinder, die im Elternhaus keine optimalen Voraussetzungen für ihre schulische Entwicklung vorfinden. "Hier zu sagen, wir schaffen einfach die Gymnasien ab und fördern langsamere und leistungsschwächere Schüler/innen besser, wenn wir sie gemeinsam mit leistungsstärkeren unterrichten, ist der falsche Ansatz. Notwendig wäre vielmehr, das optionale Angebot einer leistbaren, ganztägigen Schulform, in der die Jugendlichen für ihre schulische, kulturelle und persönliche Entwicklung jene professionelle Unterstützung erfahren, die sie zu Hause aus sozialen Gründen nicht bekommen können."

"Sollte man dennoch daran denken, an einzelnen Standorten ein Pilotprojekt zu lancieren, in dem Hauptschule und Gymnasium zu einer Schule verschmelzen, werde parallel dazu - das ist gewiss - die Vorarlberger Gymnasien und Hauptschulen weiter ihren erfolgreichen Weg beschreiten", so Abl abschließend.

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