Trunk/Muttonen/Grossmann: SPÖ-Initiative gegen "Komatrinken"

Prävention statt Strafe

Wien (SK) - SPÖ-Freizeit- und Tourismussprecherin Melitta Trunk, SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen, SPÖ-Jugendsprecherin Elisabeth Grossmann und Ronald Gutharc, Wirt des Szenelokals "Zum Kuchldragoner" im Wiener Bermudadreieck, machten in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag auf die drängenden Probleme rund um das "Komatrinken" von Jugendlichen aufmerksam. Ein Gesamtpaket gegen "Komatrinken" forderten Trunk, Muttonen und Grossmann und präsentierten die SPÖ-Initiative, die Prävention statt Strafe, den Verzicht auf "Flatrate-Parties", bessere Kontrolle der bestehenden rechtlichen Bestimmungen und eine Vereinheitlichung der Jugendschutzbestimmungen enthält. "Die SPÖ hat auch einen diesbezüglichen Antrag im Parlament eingebracht, bei dem letztendlich auch die ÖVP mitgemacht hat, in dem die Familien- und Gesundheitsministerin zu verstärktem Handeln aufgefordert wird", so Muttonen. ****

Trinken bis zum Umfallen kommt bei Kindern und Jugendlichen offenbar immer mehr in Mode. Dies zeigen nicht nur die jüngsten aufsehenerregenden Fällen in den Medien, sondern dies belegen auch internationale und österreichische Untersuchungen. "Beim sogenannten Komatrinken, dem schnellen Rausch, fallen die Schutzreflexe des Körpers aus, und gerade für das noch nicht ausgereifte Gehirn eines Jugendlichen ist das besonders gefährlich", machte SPÖ-Kultursprecherin Muttonen auf die Gefahren aufmerksam. Seitens der Politik sei es notwendig, ein Gesamtpaket gegen diesen Trend zu schnüren, es nützt nichts, etwa nur das Trinken im Freien zu verbieten. "Aber Alkohol ist in Österreich zu billig und zu leicht zu bekommen", verwies Muttonen auf die Animation zum Komatrinken durch sogenannte "Flatrate- und All-You-Can-Drink-Parties".

Wichtig ist, alle Beteiligten, wie Eltern, LehrerInnen, Wirte und vor allem die Jugendlichen einzubeziehen. Eine besondere Wichtigkeit habe die Präventionsarbeit, so Muttonen, denn "Nein-Sagen-Können beginnt schon im Kindergarten". Die SPÖ-Abgeordnete verwies in diesem Zusammenhang auf positive Beispiele der Präventionsarbeit in Deutschland. Bezüglich der von Ministerin Kdolsky vorgeschlagenen Jugendausweise in unterschiedlichen Farben je nach Alter, forderte Muttonen eine bundeseinheitliche Lösung, denn es könne nicht sein, dass die Ausweise "von einem Ort zu anderen anders aussehen".

Trunk: Poltiker müssen Vorbild sein

Als Kernthema der Freizeit- und Tourismuswirtschaft bezeichnete Freizeit- und Tourismussprecherin Melitta Trunk den Umgang einer Gesellschaft mit Drogen. Denn es sei auch für die Tourismuswirtschaft einer Stadt schlecht, wenn sie durch "jugendliches Komatrinken berühmt wird". Trunk betonte, dass nicht nur Eltern, sondern auch Politiker Verantwortung tragen: "Lokalrunden, die Politiker und Politikerinnen für ihre WählerInnen zahlen, sind negatives Vorbild und werden letztlich aus Steuergeldern bezahlt. Das sollten wir nicht tolerieren."

Grossmann: Wirte, die "gute Geschäfte" machen, müssen zur Verantwortung gezogen werden

"Was nützt die beste Erziehung, Kinder machen uns doch alles nach?", so ein Spruch der "Kinderfreunde", der für SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Elisabeth Grossmann den Kern des Problems anspricht. Aber selbstverständlich seien nicht nur die Eltern, sondern auch die Politik zur Problembekämpfung des jugendlichen Kampftrinkens verantwortlich. Vordringlich sei, dass die Jugendschutzbestimmungen vereinheitlicht werden, "denn es ist nicht einzusehen, warum die Bestimmungen etwa in Tirol anders sind als in Niederösterreich."

Es gebe sehr viel Selbstdisziplinierungskraft bei den Wirten, aber auch "schwarze Schafe", die in die Pflicht genommen werden müssen. Denn Untersuchungen hätten gezeigt, dass vor allem Jugendliche und deren Eltern bestraft würden, aber die Gastronomie bleibe oft ungeschoren, wegen fehlender rechtlicher Handhabung. "Jene, die 'gute Geschäfte' mit den Jugendlichen machen, müssen zur Verantwortung gezogen werden", forderte Grossmann.

Wirt Ronald Gutharc betonte, dass die Handhabe und Kontrolle der Jugendausweise schwierig sei und regte an, "eingeschweißte und fälschungssichere Ausweise wie in den USA" einzuführen. Gutharc nahm auch seine Branchenkollegen in die Pflicht und forderte, dass die Bewerbung von Flatrate- oder All-You-Can-Drink-Parties verboten gehöre. Das Problem habe sich in den letzten fünf bis sechs Jahren sehr verstärkt und die Animation zum Komatrinken sei auch konkurrenzschädigend, so Gutharc, der abschließend mehr Polizisten für den ersten Wiener Gemeindebezirk forderte. (Schluss) sl

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