Foglar: Arbeitszeiteinigung beweist: Gegenverkehr ist möglich

Teilzeitarbeit durch Zuschläge bei Mehrarbeit aufgewertet

Wien (GMTN/ÖGB) - "Die Sozialpartnereinigung zeigt, was Gewerkschaften schon in vielen Branchen vormachen: Die Regelung der Arbeitszeiten muss keine Einbahnstraße sein, Gegenverkehr ist durchaus möglich", sagt ÖGB-Wirtschaftssprecher Erich Foglar, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), zur heute von ÖGB-Präsident Hundstorfer und WKÖ Präsident Leitl präsentierten Einigung zum Thema Arbeitszeiten.++++

"Trotz jahrelanger gegenteiliger Forderungen der Wirtschaft macht die Sozialpartner-Einigung deutlich, dass Arbeitszeitfragen weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der gewerkschaftlichen Kollektivvertragspolitik sind und auch in Zukunft bleiben werden", so Foglar. Noch vor wenigen Monaten sei die Wirtschaft mit einem langen Wunschzettel ins Rennen um die Arbeitszeitflexibilisierung gegangen:
Lohnnebenkosten senken, Umsetzung ihrer Formel 10/12/60/1 bzw. 2 auf gesetzlicher Ebene - 10 Stunden Normal- und 12 Stunden Höchstarbeitszeit pro Tag, 60 Stunden Normalarbeitszeit pro Woche, durchgerechnet über 1 Jahr (WKÖ) bzw. 2 Jahre (Industriellenvereinigung), Schwächung der Kollektivverträge durch möglichst viele Regelungen auf betrieblicher Ebene ohne Mitsprache starker Gewerkschaften. "Länger arbeiten für weniger Geld war ihr Motto", sagt Foglar. "Diese Wunschvorstellungen mussten sich die Unternehmen aber abschminken, denn die vorliegende Einigung heißt weder Lohnnebenkostensenkung zu Lasten der Beschäftigten, noch ist sie die Umsetzung der Flexibilisierungsformel von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung."

Mehrarbeitszuschlag bahnbrechend, härtere Strafen längst fällig

Als "bahnbrechend" bezeichnet Foglar die Zuschläge für Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigten: "Eine große Ungerechtigkeit ist beseitigt, Teilzeitarbeit wird damit endlich aufgewertet und gerecht entlohnt. Zigtausende Frauen in Österreich profitieren von dieser Regelung, die die Gewerkschaften vehement gefordert haben, enorm." Foglar begrüßt weiters die Vereinbarung härterer Strafen bei Verstößen gegen das Arbeitszeitrecht. "Die starke Erhöhung der Strafen bei mehrmaligen schweren Verstößen macht mit dem Irrglauben mancher Unternehmen Schluss, derartige Verstöße wären Kavaliersdelikte."

Foglar bezeichnet die Sozialpartnereinigung abschließend als "stabilen, tragfähigen Kompromiss", den Expertinnen und Experten aus der Praxis verhandelt hätten. "Das ist um Vieles besser als das einseitige gesetzliche Drüberfahren, das wir von der vorigen Regierung in vielen Fragen gewohnt waren. Mit der Einigung ist die zentrale Regelungsbefugnis der Kollektivverträge und somit Mitbestimmung der Betroffenen durch ihre Gewerkschaften gesichert."

ÖGB, 3. Mai 2007 Nr. 288

Rückfragen & Kontakt:

Nani Kauer, GMTN Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (01) 501 46 242, Mobil: 0664 6145 915
nani.kauer@gmtn.at
www.gmtn.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003