Dolinschek: Die Einheitliche Betriebsprämie fördert das Bauernsterben

trägt indirekt zum Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum bei

Wien (OTS) - Die Reduzierung des Land- und Forstwirtschaftsbudgets
- um 63 Mio. Euro weniger als im Jahr 2006 - gehe zu Lasten der österreichischen Bauern, sagte der Agrarsprecher des Parlamentsklubs des BZÖ, Abg.Sigisbert Dolinschek im Zuge der heutigen Nationalratsdebatte.

Der Agrarbereich sei einer der förderintensivsten Bereiche des Bundeshaushaltes. Allein unter dem Titel "Marktordnungsmaßnahmen" würden 75 Prozent des gesamten Budgets für Land- und Forstwirtschaft vergeben. "Die Praxis der letzten Jahre hat allerdings gezeigt, dass viele Bauern aus diesem System heraus gefallen sind. In den letzten 10 Jahren haben 32 Prozent der Nebenerwerbslandwirte aufgegeben.
Ich bin der Meinung, dass hier einiges verändert gehört, konkret bei der Vergabe von Milchquoten, aber auch bei den Tier- und Betriebsprämien, so Dolinschek.

Die Einheitliche Betriebsprämie wirke wettbewerbsverzerrend, fördere das Bauernsterben und trage indirekt zum Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum bei. "Darüber hinaus begünstige diese die Intensivbewirtschaftung der Ackerbaubetriebe im Osten Österreichs und benachteilige die ökologische Bewirtschaftung im Berg- und Grünland, meinte Dolinschek. Überhaupt werde der Faktor Arbeit in diesem Bereich zuwenig berücksichtigt. Es gehe hier in erster Linie um die Entwicklung des ländlichen Raumes und um gesunde Lebensmittel. Dolinschek forderte die Umsetzung des "grünen Pakts" sowie die Technologieoffensive für den ländlichen Raum ein. Ein besonderes Augenmerk verdiene die Wasserwirtschaft, betonte Dolinschek, Bezug nehmend auf die anhaltende Trockenheit. "Wir haben gute Wasserressourcen, die sollten wir auch in Zukunft nutzen."

Die zu erwartenden Ernteausfälle auf Grund anhaltender Trockenheit müssten zum großen Teil abgegolten werden, forderte Dolinschek.
Es sei hoch an der Zeit, Überlegungen anzustellen, welche schritte man bei anhaltender Trockenheit, wie sie derzeit besteht, setzt, so Dolinschek. "Wir müssen langfristig über Bewässerungssysteme nachdenken, die auch über einen längeren Zeitraum hinweg, den Grundwasserspiegel nicht negativ beeinflussen. Im Weinbau geschieht das bereits."
Dolinschek regte in diesem Zusammenhang an, die heimischen Wasserressourcen vor allem für die Landwirtschaft in Zukunft besser zu nutzen.

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