AGES: Blattläuse sind heuer besonders früh dran

Nicht nur die Vegetation hat durch die warme Witterung einen Vorsprung, auch die Insekten sind früher aktiv

Wien (OTS) - Nicht nur die Vegetation hat heuer witterungsbedingt einen Vorsprung von zwei bis drei Wochen - auch die Pflanzenfresser bzw. Pflanzensauger sind dementsprechend früher dran. Die schon seit März außergewöhnlich anhaltenden warmen Temperaturen haben beispielsweise die Vermehrung der Blattläuse begünstigt, sodass schon sehr früh die ersten Blattlaus-Kolonien auf den Pflanzen beobachtet werden konnten. Geflügelt oder ungeflügelt, in den verschiedensten Größen und Farben, sind sie praktisch auf allen Pflanzen zu finden, egal ob auf Kräutern, Sträuchern, Bäumen oder sogar auf Wasserpflanzen. Auch Wildpflanzen sind bereits stark befallen.

Riesige Vielfalt

Die Vielfalt an Blattläusen ist riesengroß. Allein in Mitteleuropa gibt es über 800 Arten. Die Blattläuse suchen sich ihr Ziel selbst oder werden durch den Wind verfrachtet. Allerdings kann nicht jede Blattlausart auch jede Pflanze als Wirtspflanze nützen. Hier muss man zwischen Arten unterscheiden, die nur spezifisch auf einer oder wenigen Pflanzenarten vorkommen, wie z. B. die Rosen- und die Oleanderblattlaus, oder Arten, die an verschiedenen Pflanzen saugen und daher mehrere Pflanzen als Wirtspflanzen haben, wie z. B. die Schwarze Bohnenblattlaus und die Grüne Pfirsichblattlaus.

Durch ihre Saugtätigkeit, bevorzugt an jüngeren Pflanzenteilen, wie z. B. Triebspitzen, schädigen sie die Pflanzen. Dabei scheiden sie zuckerhältige Honigtau-Tröpfchen aus, die als glänzender Überzug auf den Pflanzen zu erkennen sind. Das Saugen der Läuse führt aber auch zu Verkrüppelungen und Wuchsbeeinträchtigungen an der Pflanze. Zusätzlich sind oft schwärzliche Flecken zu finden, die von so genannten Rußtau-Pilzen stammen, die sich auf dem Honigtau ansiedeln. Diese führen zu starken Qualitätseinbußen an Gemüse und Zierpflanzen. Außerdem können Blattläuse auch für die Pflanze gefährliche Viruserkrankungen (Pflanzenvirosen) übertragen.

Maßnahmen gegen Blattläuse

Während in der Erwerbsproduktion für den Gärtner oder den Landwirt die professionelle Blattlausbekämpfung zum Teil unerlässlich ist, kann der Hobbygärtner auch andere Möglichkeiten nützen.

Bei einem geringen Blattlausbefall an nur wenigen Pflanzenteilen ist es oft sinnvoller und kostengünstiger, sich mit dem gründlichen Abwaschen und Ausschneiden dieser Pflanzenteile zu behelfen. Bei stärkerem Befall besteht die Möglichkeit, anwendungsfertige Pflanzenschutzmittel auf Basis von z. B. Pflanzenölen, Kaliseifen oder ähnlichem einzusetzen. Damit können auch die vorhandenen natürlichen Blattlaus-Gegenspieler wie die räuberischen Marienkäfer, Florfliegen- und Schwebfliegen-Larven geschont werden, aber auch Blattlausschlupfwespen, die die Läuse parasitieren. Diese natürlichen Gegenspieler treten mit einer geringen zeitlichen Verzögerung nach dem Aufbau der Blattlauspopulationen auf und können in wenigen Tagen die Blattläuse vertilgen bzw. parasitieren. Ihr Vorteil: Sie spüren die Blattläuse auch an Pflanzenteilen auf, zu denen Pflanzenschutzmittel oft nicht vordringen.

Daher sollte man vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genau prüfen, ob nicht eventuell schon Nützlinge vorhanden sind, die die Aufgabe als Pflanzenschützer an Ort und Stelle bereits übernehmen.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

Fachlich:
Dr. Christa Lethmayer
Ing. Wolfgang Fickert
Tel: 050 555-33311 bzw. 33344
E-Mail: christa.lethmayer@ages.at
wolfgang.fickert@ages.at

Institut für Pflanzengesundheit
Tel: 050 555-33326
E-Mail: pflanzengesundheit@ages.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GEL0001