AK Test: Homepages der Kreditvermittler "verstaubt" (1)

Websites mit illusorischen Kreditangaben - Rechenbeispiele meist lückenhaft

Wien (OTS) - Unrealistisch sind die Kreditkonditionen auf den Homepages der Kreditvermittler. Das zeigt ein aktueller AK Test bei sechs Kreditvermittlern in Wien. So ist z.B. auf einer Website ein vierprozentiger Zinssatz angegeben, obwohl die Zinsen für einen Privatkredit bei den Banken deutlich höher sind. Auch die Kredit-Rechenbeispiele sind oft mangelhalft - nachvollziehbare Zinsangaben und Spesen fehlen fast immer. Knausrig: Nur auf einer der sechs untersuchten Homepages fand sich ein Kreditvermittlungsvertrag als Download.

Die AK hat im April Homepages von sechs Kreditvermittlern in Wien überprüft auf konkrete Angaben zur Vermittlungsprovision, Internet-Kreditrechner, Download der Geschäftsbedingungen und des Kreditvermittlungsvertrages, Beispielrechnungen für Privatkredit. Außerdem wurden sechs Kreditvermittler in Wien anonym kontaktiert, um die Konditionen für einen Privatkredit mit den Zinsen auf der Hompeage zu vergleichen. Die Anfrage war für einen Kredit für ein Auto, Kreditbetrag 12.300 Euro auf vier Jahre.

Zu niedrig oder schlicht veraltet sind die Kreditzinsen, mit denen Kreditvermittler auf ihren Homepages werben. Die auf den Internetseiten angegebenen Zinssätze für einen Privatkredit belaufen sich z.B. auf "4 Prozent", "ab 4,75 Prozent" oder "5,59 Prozent effektiv". Laut AK Erhebung bei sieben Banken in Wien betragen die Zinsen für einen variabel verzinsten Konsumkredit 7,8 bis 11,3 Prozent effektiv (also mit Bearbeitungsgebühr). Im Durchschnitt beträgt der bei den Banken erhobene Nominalzinssatz 6,75 Prozent, die Bearbeitungsgebühr (einmalig) 2,5 Prozent.

Die Kredit-Rechenbeispiele auf den Homepages sind sehr dürftig:
Nachvollziehbare Zinsangaben und Spesen - Bankspesen wie die Bearbeitungsgebühr und Provisionen des Vermittlers - sind praktisch nie berücksichtigt. In einem Berechnungsbeispiel eines Kredits ist sogar "Stand Oktober 2004" angegeben.

Nur auf einer der sechs untersuchten Kreditvermittler-Homepages fand sich ein Kreditvermittlungsvertrag als Download. Fünf hatten also keine Downloads des Kreditvermittlungsvertrages oder der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hingegen hatten alle ein Online-Kreditanfrageformular oder Online-Anfrageformular.

Auf einer Site war ein allgemeiner Hinweis auf die Verrechnung einer Kreditvermittlungsprovision. Auf den anderen fünf war entweder gar kein Hinweis oder höchstens missverständliche Honorarangaben wie die Beratung sei kostenlos oder preisgünstig oder für einen Kredit müsse man dann selbstbverständlich (wie auch überall anders) Zinsen, Bearbeitungsgebühren, Steuern zahlen.

Beim Mystery Shopping bei den sechs Kreditvermittlern schwieg jeder zweite. Nur einer gab realistische Hinweise auf Kreditkonditionen. Ein Vermittler gab ein Honorar mit bis zu 5,5 Prozent an, was aber gegen die fünfprozentige gesetzliche Höchstgrenze für Vermittlungsprovisionen verstoßt.

(Forts.)

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