Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar "Waisenhaus ohne Waisen" (von Markus Kaufmann)

Ausgabe, 3. Mai 2007

Klagenfurt (OTS) - Die schrecklichen Bilder der
Tsunami-Katastrophe vor Augen, gingen Tausende Kärntner zur Bank, "um Geld für die Opfer zu spenden. Dies taten sie in dem Glauben, das Land werde das Spendengeld sinnvoll einsetzen und mit einem Waisenhaus das Leid der Kinder lindern.
Genau das hatte LH Jörg Haider in mehr als einer Pressekonferenz versprochen.

Herausgekommen ist ein Schildbürgerstreich allererster Güte. Das Kärnten-Dorf wurde zwar gebaut, steht aber leer und verfällt. Wie sich jetzt herausgestellt hat, gibt es in Banda Aceh gar keine Tsunami-Waisen mehr, die das Kärntnen-Dorf bewohnen könnten. Sie sind längst bei ihren Verwandten untergekommen. Es heißt sogar, es habe nie so viele gegeben, dass ein Waisenhaus vonnöten gewesen sei.

Mit einer einfachen Bedarfs-erhebung hätte man diese Misere verhindern können - bevor Spenden (400.000 Euro) und Steuergeld (700.000 Euro) in ein sinnloses Projekt fließen. Von vornherein hätte die Politik auf professionelle Hilfsorganisationen setzen müssen.

Zumindest eines hat man mit dem Kärnten-Dorf erreicht: Die Spender, deren Vertrauen zutiefst erschüttert ist, wissen jetzt, dass in Kärnten sogar das Leid von Millionen Menschen für partei-politische Zwecke herhalten muss.

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