ÖSTERREICH: Studenten als Berater und Nachhilfelehrer

Broukal-Kritik am Modell, mit dem sich Studenten Gebühr ersparen

Wien (OTS) - Studenten sollen in Zukunft die Studiengebühr von 363 Euro pro Semester im Nachhinein refundiert werden, wenn sie entweder Studienberatung oder Nachhilfe im Ausmaß von 60 Stunden pro Semester leisten. Wissenschaftsminister Johannes Hahn wird das neue Modell morgen präsentieren. Die SPÖ konnte ihr Liebkind, Nachhilfe für lernschwache Kinder, zwar durchbringen, aber es regt sich erster parteiinterne Kritik: SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal bemängelt, dass diese Lernunterstützung nur im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an Schulen angeboten werden soll.

Von ÖSTERREICH mit den Details konfrontiert, meinte Broukal: "Da besteht noch viel Gesprächsbedarf im Parlament. Nachmittagsbetreuung an den Schulen kostet Geld und so haben Kinder aus sozial schwachen Familien wieder gar nichts davon". Dass die Studenten den Ersatzdienst bereits im Herbst 2007 leisten können, begrüßt er allerdings.

Studenten können ab dem Wintersemester in den 7. und 8. Oberstufenklassen Vorstudienberatung erteilen. Allerdings ist das freiwillige Angebot nur für interessierte Schüler am Nachmittag gedacht. Die zweite Säule des Modells: Nachhilfe für lernschwache Kinder, eine Kernforderung der SPÖ. Im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an Schulen (Sekundarstufe 1) sollen die Kinder beim Lesen und bei der Verbesserung der Sprachkenntnisse unterstützt werden. Andere Überlegungen aus dem Regierungspakt, wie etwa die viel kritisierte Hospizarbeit für Studenten, sind vom Tisch.

Für die Studienberatung (Tutoring) und Nachhilfe (Mentoring) sind Schulungen nötig, die aber nicht in die 60 Stunden Ersatzdienst eingerechnet werden. Diese soll aus drei bzw. fünf Halbtagen bestehen, an denen die Studenten in sozialer Kompetenz, Präsentationstechnik und Pädagogik ausgebildet werden. Minister Hahn hat für das Modell eine Ermächtigung für zehn Millionen Euro. Folglich können rund 13.700 Studenten - das sind sechs Prozent der rund 220.000 Studierenden - davon profitieren.

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