"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Kein Schulbeispiel"

Schade, dass es Schmied den Gegnern der Gesamtschule so leicht macht.

Wien (OTS) - Man war geneigt, der Unterrichtsministerin ein "Sehr gut" zu geben - für ihren Plan, die Gesamtschule ab Herbst 2008 großflächig zu erproben. Es ist höchste Zeit, in Österreich die frühe Auslese zu beenden, die Kinder aus bildungsfernen Familien benachteiligt.
Claudia Schmied hat die Bestnote binnen Kurzem verspielt. Ihre Vorgangsweise ist ein Lehrbeispiel dafür, wie man es nicht, und damit den Gegnern dieser international gängigen Schulform leicht macht. Ein solches Projekt anzukündigen, ohne ein ausgereiftes Konzept nachzureichen, ist fahrlässig. In jedem Bundesland wird an eigenen Modellen geschnitzt. Das ist Unfug. Die Wiener möchten die gemeinsame Schule flächendeckend einführen, obwohl noch vieles ungeklärt ist:
Wie sieht der Lehrplan aus? Ist gewährleistet, dass Schwache gleichermaßen gefördert werden wie Begabte? Dazu braucht es genügend und entsprechend ausgebildete Pädagogen. Gibt es das Geld dafür? Zur Freude der ÖVP-Spitze und zum Ärger von Eltern, Lehrern und Schülern kann Schmied all diese Fragen nicht beantworten. Ihr Parteifreund Alfred Gusenbauer befindet bloß, Schule solle nicht permanentes Labor sein. Und es müsse "wieder Ordnung in die Diskussion kommen". Also, Herr Bundeskanzler, sorgen Sie dafür.

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