Broukal: Tiroler "Bosnierin" muss zehn Jahre auf Staatsbürgerschaft warten

Änderung des Gesetzes dringend erforderlich

Wien (OTS) - "Der absurde Fall der 23jährigen Tanja aus Kirchberg ist noch nicht Ende. Zwar hat die junge Frau am Montag das Recht erhalten, zunächst zwölf Monate in Österreich zu leben und zu arbeiten. Das ist besser als Abschieben", sagt SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal, "aber es ist nicht genug. Wenn die junge Frau in diesen zwölf Monaten arbeitslos werden sollte, heißt es wieder ab nach Bosnien - dem Herkunftsland ihrer Eltern, das die junge Frau im Alter von drei Jahren verlassen hat." Dass Tanja schon zwanzig Jahre in Österreich gelebt und gearbeitet hat, hat Platter mit seiner "humanitären Geste" weggewischt. ****

Auch sonst sei der Niederlassungsbescheid wenig entgegenkommend, sagt Broukal. "Die junge Frau muss jedes Jahr neu ums 'Hierbleibendürfen' ansuchen, erst nach fünf Jahren kann sie ein Bleibereicht auf Dauer erhalten. Und die Staatsbürgerschaft gibt's erst nach zehn Jahren. Dann ist Tanja 33 und hat dreißig Jahre in Österreich gelebt. Und das alles wegen einer versäumten Frist...", so Broukal.

Selbst wenn der Buchstabe des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes Platters Vorgangsweise zulässt, gibt es keinen Grund, zur Tagesordnung überzugehen. "So quält man Menschen nicht, die Jahrzehnte in unserem Land leben. Es zeigt sich immer wieder: Die Fremdengesetze müssen auf ungerechtfertige Härten überprüft werden. So steht es auch im Regierungsabkommen. Es wird Zeit, dass Innenminister Platter hier tätig wird", so Broukal abschließend. (Schluss) js/mp

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