Silhavy: Brauchen Breitband-Internet auch in entlegenen Regionen

Silhavy, Einem, Gassner und Fischer (Telekom Austria) bei SPÖ-Veranstaltung zu Breitbandinfrastruktur im ländlichen Raum

Wien (SK) - "Wir müssen die Versorgung mit Breitband-Internet auch auf die entlegenen Regionen Österreichs ausdehnen, um die Chancen der Menschen in diesen benachteiligten Gebieten zu erhöhen", machte Staatssekretärin Heidrun Silhavy am Mittwoch bei einer Veranstaltung des SPÖ-Klubs mit dem Titel "Breitbandinfrastruktur als Chance für die Menschen in den ländlichen Regionen und Gemeinden" deutlich. Ziel der Bundesregierung sei es schließlich, die Regionen bei der Erhöhung ihres eigenen Potentials zu unterstützen. Silhavy nannte E-Government als Beispiel für diese Bestrebungen. Sie führte des Weiteren die Taskforce der Regierung zu Informations- und Kommunikationstechnik, IKT, ins Treffen. ****

Der SPÖ-Sprecher für kommunale Entwicklung, Kurt Gassner, machte darauf aufmerksam, dass Österreich zwar zu 95 Prozent mit Breitband-Internet versorgt sei, dies aber im ländlichen Raum nur auf 75 Prozent zutreffe. SPÖ-Europasprecher Caspar Einem erklärte, dass sich die SPÖ dem Ziel der Gerechtigkeit in allen Belangen verschrieben habe: "Daher müssen wir schauen, dass gewisse Räume nicht zu Absiedlungsgebieten werden." Flächendeckender Breitband-Zugang sei ein wesentlicher Schritt in diese Richtung, so Einem.

Der Vorstandsdirektor der Telekom Austria, Rudolf Fischer, referierte über das Potential kommunalen Fernsehens, IPTV genannt. Damit werde die Möglichkeit geschaffen, "regionalspezifische Themen entsprechend aufzubereiten". Dies führe zu einem Wechselspiel zwischen Information und selbsterstelltem "Content". Fischer wies er darauf hin, dass ein Straßenkilometer 13,5 Millionen Euro koste, ein doppelgleisiger Schienenkilometer 15 Millionen Euro, während ein Breitband-Kilometer nur 150.000 Euro in Anspruch nehme. "Wir würden insgesamt 750 Millionen Euro benötigen, um alle Probleme der Internet-Versorgung lösen zu können", so Fischer. Er bezeichnete dies als "relativ geringen Anteil im Vergleich zu dem, was sonst für Infrastruktur ausgegeben wird".

Überhaupt trage IKT einen großen Teil zum Brutto-Inlandsprodukt Österreichs bei, so der Vorstandsdirektor der Telekom Austria. Er ist daher erfreut, dass "die Bundesregierung die IKT-Taskforce ins Leben gerufen hat". Fischers Resümee: "Der Standort Österreich hat es verdient, dass man sich mit diesen Fragen auseinandersetzt."

Bis zum Sommer werde die Prioritätensetzung der IKT-Taskforce feststehen, kündigte Silhavy an. Gemeinsam mit der Wirtschaft sei etwa die Frage zu klären, "ob es in allen Regionen sinnvoll ist, die aktuelle Technologie nachzuholen - oder ob es manchmal besser ist, diesen Schritt zu überspringen und gleich in Richtung Vorwärtsstrategie zu gehen". Fischer versprach in diesem Zusammenhang, dass "bereits heuer größere Städte mit Glasfaser-Technologie erschlossen werden".

Gassner wünscht sich, dass "von der Infrastruktur im ländlichen Raum nicht immer nur dann geredet wird, wenn es darum geht, Stimmen zu fangen, sondern dass man die Probleme dort wirklich ernst nimmt". Er sieht in Staatssekretärin Silhavy eine große Fürsprecherin der Gemeinden. "Neue Technologien können uns behilflich sein, Arbeitsplatzprobleme und Absiedlung zu reduzieren", steht für Gassner fest.

Einem nannte Irland als Vorbild in Sachen Telekommunikation: "Dort hat man schon sehr früh erkannt, dass Regionen außerordentlich interessant werden können, wenn die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist". Schon vor zehn Jahren sei Breitband in kleinen irischen Gemeinden verfügbar gewesen. Einem wies außerdem darauf hin, dass "Menschen mit besonderen Betreuungspflichten - in der Regel Frauen - stark von dezentralem Studieren über das Internet profitieren würden". (Schluss) re

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