Armutsbericht (2): Armut konstant hoch: Unterschiede zum Vorjahr statistisch nicht signifikant

Schnelle Interpretationen nicht seriös

Wien (OTS) - "Für Österreich ist die Armutsgefährdungsquote im Vergleich zum Vorjahr - sie betrug 2004 12,8% - etwas geringer. Dies jedoch als Effekt einer verringerten Armutsgefährdung zu interpretieren, ist angesichts der Zufallsschwankungen nicht zulässig, da die Überschneidung der 95%-Konfidenzintervalle rund zwei Drittel beträgt", zitiert die Armutskonferenz den Armutsbericht der Statistik Austria. "Die Zahlen sind gleich geblieben. Die Armut ist konstant hoch.", so die Armutskonferenz.
"Hochgerechnete Ergebnisse sind nur Schätzungen für die Verteilung in der Grundgesamtheit und unterliegen einer Zufallsschwankung" so die Statistik Austria weiter. "Veränderungen der Werte zum Vorjahr und zwischen Untergruppen müssen daher mit Rücksicht auf die Schwankungsbreite interpretiert werden."

Ein Zeitvergleich zwischen 2004 und 2005 ist auf Grund methodischer Änderungen nur bedingt möglich. 2005 ist das erste Jahr der Längsschnitterhebung. Auf Grund eines ausschreibungsbedingten Institutswechsels ist es einerseits zu Änderungen im Fragebogen und damit zu Verbesserungen in der Einkommenserhebung gekommen, andererseits auch zu einem Ausfall unterer Einkommensgruppen. Längere Zeitvergleiche sind auf Grund der geänderten Datenquellen (bis 2001 ECHP, 2003 EU-SILC als reine Querschnitterhebung) problematisch, es wird jedoch in naher Zukunft möglich sein, auf Grundlage von EU-SILC nicht nur Trendvergleiche sondern auch Vergleiche auf Mikrodatenebene durchzuführen.

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