GBH-UV-Aktion: Auch harte Männer haben eine empfindliche Haut!

UV-Schutz am Bau ist ArbeitnehmerInnenschutz!

Wien (GBH/ÖGB) - Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) führt gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) eine Österreich weite UV-Schutzaktion für Bauarbeiter durch, die heute in einer Pressekonferenz in Purkersdorf bei Wien vorgestellt wurde.++++

Bauarbeiter sind durch ihre dauernde Arbeit im Freien einer beträchtlichen Gefährdung durch UV-Strahlung und Ozon ausgesetzt. Darauf hat die GBH in den vergangenen Jahren immer wieder hingewiesen. Gleichzeitig gab es seitens der GBH aber auch immer wieder Aktionen, in denen die Bauarbeiter informiert und mit Sonnencremes, Kappen, Mineralwasser uvm. ausgerüstet wurden. Gemeinsam mit der AUVA führt die GBH heuer Österreich weit eine Sensibilisierungskampagne zum UV-Schutz von Bauarbeitern durch.

Den Bauarbeitern wird ein Fragebogen ausgehändigt, um ihren Informationsstand hinsichtlich der Risiken von Sonneneinstrahlung abzutesten. Danach informiert ein/e ArbeitsmedizinerIn der AUVA über die Auswirkungen der UV-Strahlung. Bei den Beschäftigten wird außerdem ein Eigenschutz-Test der Haut durchgeführt.
Ziel dieser gemeinsamen Modellaktion ist es, Bewusstsein für den Schutz vor UV-Strahlung zu bilden und aussagekräftige Daten zu erhalten. Nach Abschluss der Kampagne wird evaluiert, inwieweit die Aktionen erfolgreich waren und zu einem verstärkten Bewusstsein geführt haben. Das Ergebnis wird die Basis des weiteren Vorgehens liefern.

GBH-Bundesvorsitzender Johann Holper bekräftigt: "Bauarbeiter sind bei ihrer schweren Arbeit - neben zahlreichen anderen massiven körperlichen Belastungen - jeder Witterung ausgesetzt. Das gilt nicht nur für 'schlechtes' Wetter: Der Sommer naht und die UV-Strahlung und Ozonbelastung erhöhen die berufsbedingten Gesundheitsrisiken für Bauarbeiter zusätzlich. Die Ozon-Informationsschwelle wurde heuer bereits im März das erste Mal erreicht!"

Bauarbeiter können nicht einfach in den Schatten gehen! Sie müssen - entgegen aller medizinischen Empfehlungen - in der prallen Sonne weiterhin Schwerarbeit verrichten. Die Folgen sind nicht nur Sonnenbrände, es kann auch zu schweren Erkrankungen wie Hautkrebs kommen. Dazu kommen noch Kreislaufbelastungen durch die Hitze und Schädigung der Augen durch UV-Strahlung sowie zusätzliche Belastungen durch bodennahes Ozon und Feinstaub. "Das haut dann sprichwörtlich auch den härtesten Bauarbeiter um", sagt Andreas Huss, Leitender Sekretär und in der GBH für ArbeitnehmerInnenschutz verantwortlich.

"Deshalb ist es für Bauarbeiter besonders wichtig, sich vor Sonne zu schützen, und zwar vor allem mit Sonnenschutzmitteln, Kappen, T-Shirts und ausreichender Flüssigkeitszufuhr, und das bereits ab dem Frühjahr, wenn die Haut noch besonders empfindlich ist", empfehlen die ArbeitsmedizinerInnen der AUVA.

Verantwortung liegt auch bei ArbeitgeberInnenseite

Nicht zuletzt sind auch die ArbeitgeberInnen gefordert: Nach dem ArbeitnehmerInnen-Schutzgesetz und der Bauarbeiterschutz-Verordnung müssen sie jedenfalls dafür Sorge tragen, dass ihre Arbeiter bestmöglich geschützt werden. GBH-Landessekretär Ernst Boran:
"Sonnenschutzprodukte gehören genau so zur persönlichen Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhe und Helme!"

"Facharbeitermangel entsteht auch dadurch, dass viele qualifizierte Bauarbeiter aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden müssen - nicht zuletzt auch aufgrund von Schädigungen, die durch die UV-Strahlung entstehen", ergänzt Andreas Huss im Hinblick auf die derzeitige Diskussion um den Facharbeitermangel.

ÖGB, 2. Mai 2007
Nr. 284

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