Wiener Gärtner belohnen Kauf regionaler Produkte mit Qualität und Frische

Delegiertenversammlung der "Wiener Gärtner - Landesgartenbauvereinigung Wien"

Wien (AIZ) - Die milden Temperaturen des vergangenen Winters sind den Wiener Gärtnern sehr entgegengekommen. So konnten diese etwa 25% der üblichen Heizkosten sparen. "Außerdem floriert der Absatz unserer Produkte. Die Lebensmittelketten unterstützen unsere Bemühungen und setzen verstärkt auf Regionalität", betonte Obmann Ludwig Ableitinger am 30.04. bei der jährlichen Delegiertenversammlung der "Wiener Gärtner - Landesgartenbauvereinigung Wien". Den Konsumenten sei es immer wichtiger, heimische Ware zu bekommen. "Deshalb können wir regionale Produkte zu fairen Preisen absetzen, was enorm wichtig ist, um unsere Betriebe halten zu können. Umgekehrt werden die Konsumenten mit einer besonders frischen, weitgehend unbehandelten und gentechnik-freien Ware belohnt", so Ableitinger.

Trotz dieser positiven Entwicklung bereitet das Klima den Gartenbau-Betrieben auch Sorgen. Es sei bereits den achten Monat hintereinander zu warm. Insbesondere der April sei so trocken und heiß wie nie zuvor gewesen. "Noch haben wir in unseren Gärtnereien genug Wasser. Ich hoffe, dass das auch so bleibt", meinte Ableitinger. Wenn nicht, könnte das große Probleme bedeuten.

Weniger, aber größere Betriebe in Wien

Weiters stellte der Obmann fest, dass sich die Ausweitung der Stadt auf die Wiener Gärtner-Anzahl auswirke. Da viel gebaut werde und oft nicht mehr die geeigneten Produktionsbedingungen -insbesondere in punkto Lichtverhältnisse - gegeben seien, müssten Betriebe in das niederösterreichische und burgenländische Umland ausweichen. Die verbleibenden Gärtnereien hätten sich jedoch im Laufe der Zeit vergrößert, weshalb die Produktionsmenge in den letzten Jahren gleichgeblieben bis mehr geworden sei. "Die Lebensmittelketten nehmen viel auf. Es wäre schade, wenn man die benötigte Ware aus dem Ausland herankarren müsste. Durch die Transportwege wäre dies auch mit Umweltbelastungen verbunden", so Ableitinger.

Wiener Gärtner künftig als Stromproduzenten?

Weiters wies der Obmann auf den Wiener Landesgartenbautag hin, der am 02.02.2007 stattgefunden hatte (siehe AIZ-Meldung vom 05.05.). Das dabei diskutierte Thema "Blockheizkraftwerke" sei zukunftsweisend, meinte der Wiener Gärtner-Obmann. Insbesondere im Hinblick auf strenge Winter mit -20 Grad C könnte es für die Gärtner eine große Chance sein, als Produzenten von Strom am freien Markt zu agieren und sich damit ein zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. "Wir sollten diesbezügliche Gespräche führen", so Ableitinger. Ein weiteres, beliebtes Podium für Diskussionen stellt die alljährliche Bundesgartenbautagung dar, die 2006 ebenso in Wien stattgefunden hat. Heuer wird diese im oberösterreichischen Ampfelwang von 19. bis 21.09. abgehalten. 2008 ist dann Tirol an der Reihe.

Verstärkte Werbeaktivitäten

Der Obmann wies ferner auf die umfangreichen Werbeaktivitäten des vergangenen Jahres hin. Im Zierpflanzenbereich werden diese laufend vom Blumenbüro Österreich organisiert, das für viel Publicity -speziell bei Anlässen wie dem Valentinstag - sorgt. Bei der Bevölkerung sehr gut angekommen ist ebenso der österreichweite "Tag der offenen Gärtnerei" am 28.04.

Doch auch die Marktgemeinschaft Blumengroßmarkt Wien hat ihre Werbeaktivitäten verstärkt und sendet seit Kurzem wöchentlich Mails und Faxe mit den aktuellen Angeboten der Standbesitzer aus. "Bis jetzt haben wir heuer rund 500 Kunden mehr als zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres verzeichnet", berichtete Herbert Jedletzberger, Obmann der Marktgemeinschaft Blumengroßmarkt Wien. Um die Werbeaktivitäten und die Wiederbelebung des Großmarktes zu forcieren, wurde auch eine Kundenumfrage durchgeführt, deren Ergebnisse am 16.05. vorliegen und dann diskutiert werden sollen.

Zusagen für Investitionsförderung erst bei Endgültigkeit der Richtlinie

Klaus Zambra von der Landwirtschaftskammer Wien gab zudem einen Überblick über die Förderungen bei der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe. "Die Bewilligung des Österreichischen Programms für die Entwicklung des ländlichen Raumes für die Periode 2007 bis 2013 durch die EU-Kommission wird voraussichtlich erst in den Sommermonaten 2007 erfolgen", so Zambra. Um die vorläufige Antragstellung von Investitionsförderungen zu ermöglichen, habe das Lebensministerium einen Richtlinienentwurf für die Förderperiode 2007 bis 2013 veröffentlicht. Dabei sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass derzeit keine Förderzusage gegeben werden dürfe und sich die Bestimmungen noch ändern könnten. Die Bewilligung von Anträgen beziehungsweise die Auszahlung könne erst nach Vorliegen der endgültigen Richtlinie erfolgen, betonte Zambra.

Weiters wurde bei der Delegiertenversammlung auch die geplante Reform der Gemeinsamen Marktordnung für Obst und Gemüse vorgestellt und diskutiert, die noch unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft im Juni 2007 beschlossen werden soll. Österreich unterstützt die Reform prinzipiell und spricht sich auch für die geplante Stärkung der Erzeugerorganisationen aus, wie Michaela Schwaiger vom Lebensministerium betonte. Allerdings gebe es noch einige offene Fragen, beispielsweise bei der Aktivierung von Zahlungsansprüchen, die noch zu klären seien, meinte Schwaiger.
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