Mit Kleinstkrediten zum Geschäftserfolg

Österreichisches Kapital stärkt Mikrofinanzinstitutionen in Burkina Faso und Senegal

Wien, 2. Mai 2007 (OTS) - Mit zinsgünstigen Krediten in der Höhe von je 250.000 Euro über fünf Jahre unterstützt Österreich zwei Mikrofinanzinstitutionen in Westafrika. Mit Kleinstkrediten können vor allem Bauern und HandwerkerInnen in ländlichen Gebieten ihre Existenz aufbauen und absichern. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA), Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) und Entwicklungswerkstatt Austria (EWA) stärken mit diesem Projekt den Kleinkreditmarkt in Burkina Faso und Senegal.

Geld ist die Voraussetzung, um eine Geschäftsidee umzusetzen und damit Einkommen und Arbeitsplätze zu schaffen. Doch wie kommt ein armer Handwerker am Land an das notwendige Kapital, wenn er nicht über die für Banken erforderlichen Sicherheiten verfügt? In Senegal und Burkina Faso, zwei Partnerländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Westafrika, haben ländliche Handwerksverbände Spar- und Kreditkassen gegründet, die genossenschaftlich geführt werden und durch Kleinstkredite finanzielle Engpässe überbrücken helfen.

Die Mikrofinanzinstitutionen MECARUL in Senegal und MECAP in Burkina Faso sind speziell auf die Bedürfnisse armer Bevölkerungsgruppen ausgerichtet. Sie achten darauf, dass die Geschäftsideen Erfolg versprechend sind und die KreditnehmerInnen die Rückzahlungen auch bewältigen können.

"Der Finanzierungsbedarf in Senegal und Burkina Faso wächst. Wir haben gemeinsam mit der Oesterreichischen Kontrollbank und der Entwicklungswerkstatt Austria ein Pilotprojekt erarbeitet, das den Mikrofinanzmarkt in diesen beiden Ländern aufzubauen hilft. Dies kommt vor allem den Armen zugute, die sich durch Kleingewerbe eine Zukunft aufbauen können", sagt Dr. Michael Linhart, Geschäftsführer der Austrian Development Agency (ADA). "Die Refinanzierung allein über die Spareinlagen der Mitglieder wird mittelfristig nicht ausreichen. Durch zusätzliches Kapital können die beiden Mikrofinanzinstitutionen ihre Kreditmittel ausweiten und ein Filialnetz einrichten. Damit wird ein nachhaltiger Zugang zu Krediten geschaffen für Menschen, die sonst als Kreditnehmer nie in Betracht kämen. Sie werden in die Lage versetzt, ihre Vorhaben umzusetzen und einen Weg aus der Armut zu finden", so Linhart weiter.

Über eine Laufzeit von fünf Jahren stellt die OeKB zinsgünstige Kredite in der Höhe von jeweils 250.000 Euro bei jährlicher Rückführung und mehrfacher Ausnützung zur Verfügung. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich über die ADA mit rund 180.000 Euro an diesem Projekt und übernimmt damit einen Teil der Zinsen für die Kreditlinien der OeKB und die Kosten für die technische Assistenz und das Projektmonitoring durch die langjährig vor Ort tätige NRO Entwicklungswerkstatt Austria. Am Ende des Projektes sollen die Verantwortlichen der lokalen Spar- und Kreditkassen die Anforderungen einer kommerziellen Bank an Risikomanagement und Berichtswesen erfüllen können und in der Lage sein, zinsgünstiges Kapital selbst aufzustellen und zu verwalten.

"Mit Mikrokrediten kann eine maximale und direkte Wirkung erzielt werden", resümiert Dr. Eveline Balogh von der Oesterreichischen Kontrollbank. "In dieses Projekt können wir unser spezielles Know-how bei Direktkrediten und in der Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern optimal einbringen. Das Projekt passt überdies ausgezeichnet zur Nachhaltigkeitsstrategie der OeKB. Internationale Unterstützung kann aber nur ein erster Impuls sein. Die Mikrofinanzinstitutionen müssen natürlich profitabel wirtschaften. Mittelfristig soll der Bankstatus erreicht werden. Damit können noch mehr Menschen Kredite zur Verfügung gestellt werden", so Balogh.

"Durch Kleinstkredite sind bereits viele neue Kleinbetriebe entstanden und Arbeitsplätze geschaffen worden", berichtet Rudolf Graf von der Entwicklungswerkstatt Austria, die sich seit vielen Jahren in den beiden Ländern für den Aufbau von Handwerks- und Kleingewerbeverbänden und auch der Mikrofinanzinstitutionen engagiert. "Selbst die Ärmsten haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, die Kredite zurückzuzahlen. Und: Die Menschen haben dadurch sich und ihrer Familie neue Perspektiven eröffnen können."

= Die Österreichische Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit =
Die Österreichische Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung durch Armutsbekämpfung, Friedenssicherung und Umweltschutz ein. Sie konzentriert sich auf sieben Schwerpunktregionen in Afrika, Asien, Zentralamerika, Südosteuropa und im Südkaukasus. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Wasser und Siedlungshygiene, Energie, Ländliche Entwicklung, Bildung, Privatsektorentwicklung und Verantwortungsvolle Regierungsführung.

Die Programme und Projekte der OEZA werden von der Austrian Development Agency (ADA) in enger Zusammenarbeit mit Entwicklungsorganisationen und Unternehmen umgesetzt.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Christine A. Jantscher
Austrian Development Agency
Tel.: +43 1 90 3 99 400
christine.jantscher@ada.gv.at
www.ada.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TRI0001