Ludwig/BV Prokop: Vorzeigesanierung im Brunnenmarktviertel

Vom Problemhaus zur Wohnoase

Wien (OTS) - Rund 20 Jahre lang war die Wohnhausanlage in der Neulerchenfelderstraße 70 ein Problemhaus. Mehrere Eigentümer- und Verwalterwechsel gingen mit einer zunehmenden Vernachlässigung des Hauses einher, dessen Erhaltungszustand immer schlechter wurde. Die Stadt Wien, der Bezirk und die Gebietsbetreuung Stadterneuerung bemühten sich nicht nur viele Jahre lang engagiert um eine Sanierung des Hauses (Baujahr 1853), sondern unterstützten auch die leidgeprüften Mieterinnen und Mieter in ihrem Kampf um eine Verbesserung ihrer Wohnsituation. In Folge gelang es 1996 zwar, substanzerhaltende Maßnahmen am Gebäude einzuleiten und dadurch seinen weiteren Verfall zu stoppen, zu einer Sanierung erklärte sich der damalige Liegenschaftseigentümer jedoch nicht bereit. Nach einem weiteren Eigentümerwechsel und nachdem die Gebietsbetreuung Stadterneuerung einen Investor für die Sanierung des desolaten Gebäudes gewinnen konnte, war es Anfang 2006 endlich so weit: Die Wohnhausanlage wurde einer umfassenden Sockelsanierung unterzogen, die kürzlich abgeschlossen werden konnte.****

"Die Wohnhausanlage Neulerchenfelder Straße 70 ist nicht nur ein tolles Beispiel für eine hervorragende Sanierung, sondern es zeigt auch das erfolgreiche Ergebnis jahrelanger konsequenter Bemühungen seitens der Stadt, des Bezirks und der Gebietsbetreuung um die Rettung der Hauses. Dass dies nun mit vereinten Kräften gelungen ist, aber auch, dass alle Mieterinnen und Mieter während der umfassenden Sanierungsarbeiten im Haus wohnen bleiben konnten, freut mich natürlich ganz besonders. Damit wurde der Weg der bewohnerorientierten, sanften Stadterneuerung auf vorbildliche Weise verwirklicht", betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. "Die Stadt hat das Projekt mit insgesamt rund 2,2 Mio. Euro gefördert. Hervorzuheben ist zudem, dass für die bereits in der Anlage wohnhaften Mieter keine Erhöhung der Hauptmietzinse zur Mitfinanzierung der Sanierung entstanden ist", so Ludwig.

"Die Sanierung des ehemaligen Schandflecks im Viertel ist ein weiterer großer Mosaikstein für ein noch attraktiveres und lebenswerteres Brunnenviertel", freut sich auch Bezirksvorsteher Franz Prokop. "Durch die Sanierungsoffensive der Stadt im Bereich des Westgürtels und durch die Revitalisierung des Brunnenmarkts hat das Grätzel wichtige Impulse erhalten. Hier hat sich nicht nur eine florierende Kunst- und Kleinunternehmerszene angesiedelt, sondern das Viertel wurde auch als Wohngebiet massiv aufgewertet", erklärt Prokop.

Altbau mit neuem, begrüntem Flair

Bei der Sanierung der Wohnhausanlage Neulerchenfelder Straße 70 handelt es sich um eine geförderte Sockelsanierung inklusive Strukturverbesserung (Blocksonderförderung). Zu den durchgeführten Verbesserungsmaßnahmen zählen u.a. die Instandsetzung und Wärmedämmung aller Fassaden, der Einbau von Wärmeschutzfenstern, Deckenauswechslungen, die Instandsetzung des Dachstuhls und der Austausch aller vorhandenen Steig- und Verteilungsleitungen.
Da einer der beiden Längstrakte wegen schwerer Bauschäden nicht mehr sanierbar war, entschloss man sich zum Abbruch und erzielte dadurch eine Vergrößerung des Innenhofes. Die verlorene Wohnfläche wurde durch die Aufstockung der beiden Wohnbauten mehr als wettgemacht. So entstanden auf dem direkt an der Neulerchenfelder Straße gelegenem Haus zwei Stockwerte und ein Dachgeschoss neu. Das zweite, durch den Innenhof erreichbare Haus wurde um ein Geschoss und ein Dachausbau erweitert. Die 14 neuen Dachgeschosswohnungen verfügen alle über einen Balkon, im Erdgeschoss befindet sich eine Wohnungsterrasse, weiters öffentlich zugängliche Terrassenflächen.

Insgesamt 12 Bestandswohnungen wurden von Kategorie D auf Kategorie A verbessert. Der Innenhof wurde neu gestaltet und begrünt und Gemeinschaftsräume (Waschküche und Kinderwagen- und Fahrradabstellraum) eingerichtet. Auch bei den sieben Lokalen, die sich in der Wohnhausanlage befinden, wurden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Paradebeispiel für den Weg der sanften Stadterneuerung

Von den neun Mieterinnen und Mietern, die zum Zeitpunkt der Sanierung im Haus wohnten, blieben 4 in ihren Wohnungen (Kategorie D), vier zogen in neue oder hergerichtete Kategorie A-Wohnungen in der Anlage und 1 Mieter entschloss sich zu einer Huckepack-Sanierung seiner Wohnung. Während des Zeitraums der Sanierung seiner Wohnung zog er in eine andere Wohnung in der Anlage.

Da es gelungen ist, die Finanzierung ohne ein §18-Verfahren (Mitfinanzierung der Sanierung durch erhöhte Mietzinse auf die Dauer von 15 Jahren) sicherzustellen,
zahlt lediglich ein Mieter (Huckepack-Verfahren) auf die Dauer von 15 Jahren über die Miete einen Finanzierungsbeitrag für die Verbesserungsmaßnahmen in seiner Wohnung.

Ursprünglich verfügte die Wohnhausanlage über 29 Wohnungen, heute sind es 32. Die neuen Wohnungen konnten alle innerhalb kürzester Zeit vermietet werden. Die Gesamtsanierungskosten betrugen rund 2,4 Mio. Euro. Die Stadt Wien förderte das Projekt mit insgesamt 2,2 Mio. Euro.

Rege Sanierungsaktivitäten in Ottakring

Im Rahmen der Sanierungsoffensive der Stadt Wien im Bereich des Westgürtels werden zurzeit in Ottakring 32 Objekte mit rund 741 Wohneinheiten revitalisiert. Die Gesamtsanierungskosten betragen dafür rund 40 Mio. Euro, die Stadt beteiligt sich daran mit einer Fördersumme von rund 31. Mio. Euro. Zudem ist die Sanierung von weiteren 40 Häusern mit rund 1.337 Wohneinheiten in Vorbereitung. Die dafür veranschlagten Gesamtsanierungskosten belaufen sich auf rund 42 Mio. Euro, die Stadt Wien fördert die Projekte mit rund 31,5 Mio. Euro. (Schluss) dax

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