Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka: Schweizer Sicherheitsregelungen für EURO 2008 sind Vorbild für Österreich

Weitere Themen bei Schweizbesuch: Schwerpunkte der Sportförderung, Gesundheitsorientierte "Fit für Österreich"-Bewegungsförderungskampagne

Bern, 2. Mai 2007 (OTS) - "Die Doppelkandidatur für die EURO 2008 gemeinsam mit der Schweiz hat sich als völlig richtig herausgestellt. Gerade für die wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Nachhaltigkeit dieses globalen Fußball-Festes bietet die sehr gute Zusammenarbeit beider Länder auch über die EU-Grenzen hinweg eine doppelte Chance", betonte Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka im Rahmen seines Schweizbesuches. "In Sicherheitsfragen ist die Schweiz mit ihren Regelungen Vorbild für Österreich." So gebe es in der Schweiz beispielsweise eine Meldeauflage, wenn gegen ein Rayonverbot verstoßen wurde oder wenn anzunehmen ist, dass sich ein Hooligan nicht von Gewalttätigkeiten bei Sportveranstaltungen abhalten lässt. "Eine derartige Meldeauflage ist auch für Österreich unumgänglich, um für die EURO 2008 das gemeinsame Ziel von maximaler Sicherheit in und um Fußball-Stadien zu erreichen", so Lopatka. ****

Wie der Sportstaatssekretär in einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Direktor des Schweizer Bundesamts für Sport, Matthias Remund, betonte, werde er sich mit dem österreichischen Innenminister Günther Platter dafür einsetzen, dass eine entsprechende legistische Maßnahme so rasch wie möglich umgesetzt wird. "Bei der EURO 2008 muss unsere Polizei eine breite Palette an Möglichkeiten haben, um Gewalt bei Fußballspielen präventiv verhindern zu können." Mit der Meldeauflage könnten Amts bekannte Hooligans individuell auf eine Polizeiinspektion geladen und somit frühzeitig aus dem "Verkehr" gezogen werden. Auch Personen, die sich im Zug der Meldeauflage nicht ordnungsgemäß verhalten und die Amtshandlung stören, seien ohne "Wenn und Aber" festzunehmen und so lange anzuhalten, bis sich die Lage beruhigt hat. Das gemeinsam mit der Schweiz erarbeitete Sicherheitskonzept, dass aufbauend auf den Erfahrungen der WM 2006 in Deutschland auch de-eskalierende und sozial-präventive Maßnahmen beinhaltet, sei eines der Kernpunkte der Zusammenarbeit, so Lopatka, der auch auf die Anti-Rassismus- und Fan-Betreuungsaktivitäten von "FairPlay" verwies.

"Die EURO 2008 wird aber auch neue Maßstäbe bei der Nachhaltigkeit von Sport-Großveranstaltungen setzen." Vor dem Sommer wird das gemeinsam mit der UEFA, der Schweiz und den Austragungsstädten erstellte länderübergreifende Konzept präsentiert, das bei der heutigen Koordinationstagung zwischen Österreich und der Schweiz in Wien enddiskutiert wird. Vom umweltfreundlichen Stadienbau und Verkehrskonzept, über die Versorgung der Stadien und Fanzonen mit erneuerbarer Energie bis hin zur Durchführung der EURO unter verstärkter Einbindung regionaler Dienstleister würden alle Anstrengungen unternommen, um zu beweisen, "dass sich sportliche Großereignisse, bei guter Vorbereitung, langfristig positiv auf die regionale Wirtschaft auswirken. Durch gezielte Investitionen in Infrastruktur-Maßnahmen sollen Arbeitsplätze langfristig gesichert werden." Weiters sollen durch die EURO 2008 nachhaltige Effekte auf den Spitzen- und Breitensport in den beiden Austragungsländern sowie Impulse in Richtung Gesundheitsvorsorge ausgehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche mit Sport-Direktor Matthias Remund galt der Sportförderung in den beiden Ländern. Vor allem die Bedeutung der Förderung des Gesundheitssports werde in den kommenden Jahren "größte Bedeutung für die Volkswirtschaften beider Länder haben. Die Überalterung der Gesellschaften sowie die durch Bewegungsarmut verursachten Zivilisationskrankheiten sind die Herausforderungen von Heute." Zuletzt hat auch die UNO im Zusammenhang mit Diabetes vor der "größten Epidemie der Menschheitsgeschichte" gewarnt. Heute gibt es weltweit bereits 246 Millionen Diabeteskranke und beinahe 4 Millionen Todesfälle jährlich. "Regelmäßige Bewegung und Sport sind die Präventionsmaßnahme und müssen daher im Gesundheits- aber auch im Schulbereich verankert werden." Es sei ureigenste Aufgabe der Politik hier lenkend einzugreifen. Die Kooperationsmodelle zwischen Schulen und Sport-Vereinen sowie die Forcierung der gesundheits-fördernden Bewegungsinitiative "Fit für Österreich" sind bei den Schweizer Nachbarn auf größtes Interesse gestoßen. Daher habe man einen Informationsaustausch und weitere Treffen zu diesem Thema vereinbart, betonte Lopatka abschließend.

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