"Neue Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von Claudia Grabner: Niemand will erben

Klagenfurt (OTS) - Das Glück ist ein Vogerl und der Wähler unberechenbar. Vergelt´s Gott! Wann, wenn nicht heute, wird Kanzler Alfred Gusenbauer mit Freud das Lied der Arbeit intonieren? Heute vor einem Jahr sahs - wir erinnern uns - schwarz, schwärzer, rabenschwarz aus für das rote Österreich: Damals, als sich der Bawag-Krimi seinem finalen Höhepunkt entgegenschrieb, marschierten am 1. Mai 2006 SPÖ und ÖGB weniger im Kampf gegen die Unbilden der Arbeitnehmerschaft als gegen den Faustschlag in die eigene Magengrube an. Doch weil das Glück ein Vogerl ist und vieles anders kommt, als politische Mitbewerber fassen können, piepst heute kein Spatz mehr nach dem ersten Tag im Mai des Jahres 2006 ...

Heute darf dieser Tag wieder so gefeiert sein, wie ihn Tradition und Gesellschaft über ein Jahrhundert lang geprägt haben: ein familienfreundlicher Feiertag mit roten Aufmärschen und kollektiven Kampfaufrufen. Aufrufen für Arbeit. Aufrufen gegen Armut. Aufrufen gegen die unliebsame Erblast: Wer arm geboren wird, bleibt arm. Wessen Eltern wenig gebildet sind, bleibt wenig gebildet. 2007 ähnlich ernüchternd, wie es vor 100 Jahren gewesen ist.

Der Kreisel dreht sich. Und er dreht sich hartnäckig. Zum Fallen bringt ihn nur eine Politik, die ebenso hartnäckig dagegenhält. Über den 1. Mai hinaus.

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