"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Alles bleibt illegal" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 01.05.2007

Wien (OTS) - Nach den ausländischen Pflegekräften sind jetzt die Au-Pair-Mädchen an der Reihe: Sie müssen laut einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs künftig angemeldet und sozialversichert werden.
Dabei geht es nicht nur um "einige Dutzend Euro", wie Sozialminister Erwin Buchinger versichert. Es geht ums Prinzip.
Buchinger will die offizielle Arbeitszeit der Au Pairs von 25 auf 20 Stunden und gleichzeitig ihr Taschengeld unter die Geringfügigkeitsgrenze von 341 Euro senken.
Das ist eine Augenauswischerei, die nichts bringt. Wissen könnte das die Regierung spätestens seit dem Flop mit dem Dienstleistungsscheck. Der wird nur verwendet, um für Familienangehörige zweckwidrig und billig Pensionsversicherungszeiten einzukaufen. Haushaltshilfen wollen ihn nicht, weil sie den Arbeitslohn sonst versteuern müssten. Neue Gesetze ändern daran nichts. Solange sich Finanz, Sozialversicherung und Bürokratie heraushalten, ist zwar vieles illegal, funktioniert aber bestens. Deshalb sollte man mehr über Abgabensenkung und Entbürokratisierung als über Pseudo-Legalisierung nachdenken.

Rückfragen & Kontakt:

Vorarlberger Nachrichten
Chefredaktion
Tel.: 0664/80588382

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVN0001