SP-Schuster: Karriereplanung bei Polizei nicht von zu starker Gewichtung der sportlichen Leistungsfähigkeit der MitarbeiterInnen abhängig machen

Wien (SPW-K) - "Wie man einer guten Idee durch schlechte Umsetzung in der Praxis Schaden zufügen kann, beweist das jüngst vom Innenministerin veranlasste Auswahlverfahren für die Kursteilnahme für WachkommandantInnenposten in den Inspektionen der Wiener Polizei. Statt verstärkt auf Kommunikationsfähigkeit und Konfliktlösungsvermögen der BewerberInnen zu achten, ist letztlich die sportlichen Leistungsfähigkeit ausschlaggebend gewesen. Führungsqualitäten bei der Polizei sollten aber mit einem Höchstmaß an Objektivität und nicht vordringlich anhand von Leistungssport-Parametern beurteilt werden", stellte Montag der Sicherheitssprecher der Wiener SPÖ, Gemeinderat Godwin Schuster, zu diesen Vorgängen im Sicherheitsbereich fest.

Durch die Übergewichtung von Sportleistungsdaten bei den Kursaufnahmetests seien bedauerlicherweise zahlreiche, sowohl beim schriftlichen Test als auch beim persönlichen Hearing ausgezeichnete Figur machende BewerberInnen nach schwächeren Leistungen bei den strengen Sportanforderungen bei der Endbewertung für die Teilnahme an dem Wachkommandantenkurs ausgeschieden, erläuterte Schuster den Grund für seine Bedenken. Als symptomatisches Beispiel dafür, die Auswahlkriterien zu überdenken, führte er den Fall einer bereits lange Zeit erfolgreich Dienst versehenden Sicherheitswachebeamtin an, die nach hervorragendem schriftlichen Test und einem ausgezeichneten Hearing-Ergebnis nach einem schwächeren Sporttest vor allem bei den Liegestützen in der Auswahlliste weit zurückfiel und damit keine Chance mehr auf die Funktion einer Wachkommandantin mehr hatte. Andererseits sei ein Mitarbeiter, der beim schriftlichen Test und beim Hearing sehr schlecht abgeschnitten habe, durch eine sportliche Höchstleistung weit nach vorne gereiht worden.

"Es ist sicherlich zu begrüßen, wenn die Polizei auch der körperlichen Fitness der MitarbeiterInnen Augenmerk schenkt, nur wenn den BewerberInnen erst wenige Tage vor den Tests die zu erbringenden, sehr hohen sportlichen Anforderungen mitgeteilt werden, so ist diese Vorgangsweise zumindest zu hinterfragen", meinte Schuster. "Die zuletzt gewählte Vorgangsweise motiviert nicht die PolizeimitarbeiterInnen, sondern demotiviert sie geradezu, sich an Tests für ihre weitere berufliche Laufbahn zu beteiligen. Das kann aber nicht Sinn und Zweck eines Auswahlverfahrens sein. Fair wäre es jedenfalls, die Richtlinien für den Sporttest zu evaluieren und dementsprechend zu überarbeiten, um bessere Chancengleichheit für alle zu schaffen", schloss Schuster. (Schluss)

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