Küberl zu Armut in Österreich:"Dem Bröckeln des Mittelstandes Einhalt gebieten"

Caritas-Präsident: "Wirtschaftlicher Aufwind ist Auftrag an die Politik, die notwendigen Reformen anzupacken"

Wien (OTS) - "Diese Zahlen sind ein sozialpolitischer Fieberthermometer und konkreter Handlungsauftrag an die Politik", sagt Caritas-Präsident Franz Küberl zu von Sozialminister Erwin Buchinger heute präsentierten aktuellen Armutsdaten. Demnach müssen 420.000 Menschen in Österreich in akuter Armut leben, eine Million Menschen sind gefährdet, in Armut abzurutschen.

Vor allem bei den Risikogruppen - AlleinerzieherInnen, kinderreiche Familien, Langzeitsarbeitsarbeitslose und MigrantInnen -habe sich bisher das Blatt nicht zum Besseren gewendet, kritisiert Küberl. Zudem zeige sich einmal mehr, dass Armut mit mangelnder Bildung eine unheilvolle Verbindung eingeht. "Die Schere von Arm und Reich klafft weiterhin bedrohlich weit auseinander. Dem Bröckeln des Mittelstandes muss Einhalt geboten werden", fordert der Caritas-Präsident. "Aus unserer täglichen Erfahrung mit Menschen in Not wissen wir aber: Armut kann jeden treffen. Vor allem die persönlichen Katastrophen wie Scheidung, Krankheit, Jobverlust sind es, die Menschen zusätzlich zum seelischen Schmerz in diesen Situationen auch noch in finanzielle Krisen stürzen können."

Küberl: "Wer mehrere Kinder zu versorgen hat und unerwartet seinen Job verliert, befindet sich schnell in einer extremen Notlage. Eine kaputte Waschmaschine oder auch nur die Schulsachen zu Schulanfang können hier ein Finanzdebakel auslösen."

"Die positiven Entwicklungen der wirtschaftlichen Konjuktur und am Arbeitsmarkt sind ein konkreter Auftrag an die Politik, die notwendigen Reformen in Sozialgesetzgebung, Beschäftigungspolitik und Bildungsbereich auch wirklich anzupacken", so Küberl. Um den Sozialstaat tatsächlich armutsfest zu machen, müsse man vor allem bei der derzeit löchrigen Sozialhilfe als unterstes Sicherheitsnetz ansetzen: "Die angekündigte, bedarfsorientierte Mindestsicherung könnte uns hier einen großen Schritt weiterbringen. Die Details dazu fehlen uns freilich noch", betont der Caritas-Präsident.

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