Die gute Nachricht: zwei Drittel in Wohlstand, die schlechte: Armut konstant hoch

Bildungschancen sollen vom Talent der Kinder und nicht vom Status der Eltern abhängen

Wien (OTS) - "Die gute Nachricht des heute präsentierten Berichts zu "Armut und Einkommen" ist, dass zwei Drittel der Bevölkerung keine ökonomischen und sozialen Probleme aufweisen, die schlechte: die manifeste Armut ist mit 420 000 Betroffenen konstant hoch.", so die Amutskonferenz. Die Vergleichszahlen zum letzten Jahr liegen alle in der statistischen Schwankungsbreite.

"Die Betroffenen können sich abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten Gesundheitszustand auf, leben in überbelegten, feuchten, schimmligen Wohnungen", beschreibt Sozialexperte Martin Schenk die Auswirkungen.." Armut macht krank, Armut macht einsam. Armut nimmt Zukunft."
http://www.armut.at/armut_in_oesterreich_armut_ist.htm

Ein Viertel der Armutsbevölkerung sind Kinder. Ihre Eltern sind alleinerziehend, erwerbslos, alleinerziehend, zugewandert, oder haben Jobs, von denen sie nicht leben können. Besonders auffällig in Österreich: die mangelnden sozialen Aufstiegschancen von Kindern unabhängig ihrer sozialen Herkunft.

"Die Bildungschancen sollen vom Talent der Kinder und nicht vom Status der Eltern abhängen", so das österreichische Anti-Armutsnetzwerk. "Zukunft trotz Herkunft" für Jugendliche aus benachteiligten Familien, fordert Sozialexperte Schenk als Reformprinzip stärker in die Bildungsdebatte ein. Damit Zukunft nicht von der Herkunft abhängt, braucht es einen Bildungsweg, der nicht sozial selektiert, sondern individuell fördert, es braucht eine gut ausgebaute Frühförderung vor der Schule, und es braucht den politischen Willen, wachsender sozialer Polarisierung entgegenzutreten. Wichtig wäre auch, Schulen in sozial benachteiligten Bezirken oder Regionen besonders gut auszustatten und zu fördern, damit sie für alle Einkommensschichten attraktiv bleiben. In den Ländern, in denen die Aufstiegschancen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien besser gewährleistet werden, wird vor allem die starke individuelle Förderung von Kindern in relativ heterogenen Gruppen erfolgreich praktiziert. Das braucht eine neue Unterrichtsqualität, eine neue Lehereausbildung und eine neue Schularchitektur. Davon profitieren schwächere SchülerInnen genauso wie überdurchschnittlich begabte.", so die Armutskonferenz abschließend.

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