"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "100 nicht messbar" (Von FRANK STAUD)

Ausgabe vom 30. April/1. Mai 2007

Innsbruck (OTS) - Heute endet Tempo 100 auf Tirols Autobahnen.
Viele heimische Lenker werden aufatmen. Denn die von SPÖ-Verkehrslandesrat Hans Lindenberger verordnete Tempobremse war vor allem für jene, welche beruflich viel unterwegs sind, eine Qual.

Ziel war die Schadstoffemissionen während der Wintermonate zu verringern und gleichzeitig ein positives Signal nach Brüssel zu schicken. Motto: "Tirol geht mit gutem Beispiel voran, jetzt liebe EU hilf uns bei der Eindämmung vom Transit."

Die Befürworter des Geschwindigkeitslimits werden auf jeden Fall euphorisch Bilanz ziehen. Denn die Polizei spricht von einer Reduktion der Verkehrsunfälle um 50 Prozent. Tempo 100 habe die Verkehrssicherheit positiv beeinflusst, sagt der Chef der Verkehrspolizei.

Auch die Grünen sind zutiefst davon überzeugt, dass Tempo 100 die Tiroler Luft entlastet habe. Georg Willi spricht von einer Stickstoffdio-xidreduktion bei der Messstelle Vomp von 26,3 Prozent.

Diese Fakten sind nicht zu widerlegen. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es sich um einen der mildesten Winter in der Tiroler Geschichte handelte. Jeder Bürger weiß, dass der Strom-, Gas- bzw. Heizölverbrauch drastisch zurückging. Die Kommunen sparten beim Winterdienst im Vergleich zum Vorjahr Millionen. Und hielten die Luft sauberer.

Somit gab es kaum Tage, wo Tirol von einer dicken Dunstglocke verhüllt wurde. Eine ehrliche Bilanz von Tempo 100 ist dadurch nicht möglich. Das betrifft nicht nur die Luftwerte, sondern auch die Zahl der Verkehrsunfälle. Denn dass bei Schneefahrbahn die Unfallgefahr ungleich höher ist, wissen nicht nur Verkehrsexperten.

Ab Herbst wird Tempo 100 mittels elektronischer Anzeige nur noch dann verhängt, wenn die Luft wirklich belastet wird. Gut so, denn willkürliche Verbote bringen nichts.

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