Mölzer: Kroatien bereits 2009 in die EU aufnehmen

SPÖ-EU-Mandatar Swoboda will das beitrittsreife und mitteleuropäische Land in den Wartesaal verweisen

Wien (OTS) - Kritik an der Aussage des SPÖ-EU-Abgeordneten Hannes Swoboda, wonach Kroatien erst 2010 oder 2011 der EU betreten könne, übte heute der freiheitliche Europaparlamentarier Andreas Mölzer. "Kroatien ist kulturhistorisch in Mitteleuropa verankert und erfüllt schon heute alle Beitrittskriterien, sodaß einem Abschluß der Beitrittsverhandlungen im nächsten Jahr nichts im Wege steht", betonte Mölzer. Anstatt dieses Land, wie es Swoboda verlange, in den Wartesaal zu verweisen, sollte Agram bereits 2009 aufgenommen werden, damit die Kroaten an der Europawahl 2009 teilnehmen könnten, forderte der freiheitliche EU-Mandatar. Für den EU-Beitritt Kroatiens schon im übernächsten Jahr sprach sich Mölzer übrigens auch bei seiner Rede vor dem Plenum des Europäischen Parlaments in Straßburg im Namen der gesamten ITS-Fraktion aus.

Außerdem warnte Mölzer davor, Agram bei den Beitrittsverhandlungen Steine in den Weg zu lege. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag dürfe nicht zum Anlaß genommen werden, um den Beitritt hinauszuzögern. Weil Kroatien das Opfer eines Angriffskriegs gewesen sei, würde in diesem Fall die Zustimmung der Kroaten zur EU, die ohnehin nicht groß sei, noch weiter sinken. Auch würde niemand verstehen, warum Brüssel bei einem kleinen, europäischen und beitrittsreifen Land auf seinen Prinzipen reitet, aber im Fall der außereuropäischen Türkei, die alles andere als EU-reif sei, an anhaltenden Menschenrechtsverletzungen und der Diskriminierung von ethnischen und religiösen Minderheiten keinen Anstoß zu nehmen scheint, betonte der freiheitliche EU-Abgeordnete abschließend.

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